Mit Lettland hat zum 1. Januar 2015 ein EU-Mitgliedstaat die Ratspräsidentschaft übernommen, der geografisch und politisch gesehen mitten im Konfliktfeld zwischen West- und Osteuropa steht. Deshalb leiden die Landwirte des baltischen Landes auch besonders unter dem russischen Einfuhrverbot für Lebensmittel aus der EU. Zwar gewährte die EU Lettland einen Ausgleich von 7,7 Mio. €, der national auch noch einmal aufgestockt wurde. Für die Betriebe war dies jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, schreibt die agrarzeitung (az) in ihrer heutigen Printausgabe.

Lettland wird sich in Brüssel der von der EU-Kommission vorgegebenen Tagesordnung stellen. Dazu gehört vor allem das Investitionsprogramm der neuen EU-Kommission von Jean-Claude Juncker, das unter lettischer EU-Ratspräsidentschaft Gestalt annehmen soll. Die Letten haben selbst schlimme Erfahrungen mit dem Einbruch ihrer Wirtschaft nach der Finanzkrise von 2008 hinter sich. Harte Sparmaßnahmen wurden dort geduldig hingenommen; inzwischen hat sich die Konjunktur in dem baltischen Staat wieder deutlich erholt.

Der lettische Agrarminister Janis Duklavs schreibt in einem Gastbeitrag in der heutigen az-Ausgabe, dass für die Landwirtschaftspolitik Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum die Ziele der lettischen Ratspräsidentschaft seien. (az)
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