GAP-Reform

Licht und Schatten für die Bundesländer


Recht positiv fällt die Beurteilung der Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) in Bayern aus. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bezeichnet das Reform-Paket als vernüftigen und tragfähigen Kompromiss. „Meine Erwartungen sind weitgehend erfüllt“, sagte der CSU-Politiker, der auch aktuell der Agrarministerkonferenz vorsteht, heute in München. Die Beschlüsse trügen dem Hauptanliegen Bayerns Rechnung, die Wettbewerbsfähigkeit bäuerlicher Familienbetriebe auch künftig abzusichern - etwa durch Förder-Zuschläge auf die ersten Hektar.

Thüringens Agrarminister Jürgen Reinholz begrüßt unterdessen, dass eine Einigung zustande gekommen sei und nun Planungssicherheit herrsche. „Endlich sind Entscheidungen gefallen, leider auch aus Thüringer Sicht unerfreuliche. Doch unsere Landwirte brauchen Planungssicherheit, inhaltlich wie auch finanziell“, sagte Reinholz. Noch immer nicht entschieden seien einige Punkte, die gerade für die Thüringer Landwirtschaft wichtig sind. Dazu gehört die Kürzung und Kappung der Direktzahlungen für größere Betriebe. „Trotz langer Verhandlungen und guter Argumente ist das Thema der Kürzung nicht vom Tisch“, so Reinholz. „Die Thüringer Landwirte werden hier mit Einschnitten rechnen müssen, die zu Wettbewerbsnachteilen führen.“

"Ich bin froh, dass bei der Kompromissfindung unsere Argumente für ein Greening ohne Stilllegung getragen haben. Jetzt können wir den Beweis antreten, dass wir die Erzeugung von hochwertigen Nahrungsmitteln mit den geforderten Umweltleistungen verbinden können und der Erhalt von Landschaftselementen angemessen gefördert wird“, bringt des Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes (RLV), Friedhelm Decker seine Zuversicht zum Ausdruck. Als „durchwachsen“ beurteilt er die GAP-Reform. „Das Greening bedeutet für die Landwirte, dass die Produktionskosten steigen werden. Da wiegt es schwer, dass die Prämien der Bauern im Zeitablauf sinken werden“, kommentiert Decker. Zudem bedeute das Ende der Zuckermarktordnung 2017 „gerade für viele rheinische Betriebe eine schwere Bürde, für die in nur zwei Jahren kaum eine geeignete Lösung gefunden werden kann.“ (pio)
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