Milchgespräche

Lidl lenkt ein


Der Liter Vollmilch kostet derzeit bei Lidl 55 Cent, fettarme Milch 51 Cent.
-- , Foto: da
Der Liter Vollmilch kostet derzeit bei Lidl 55 Cent, fettarme Milch 51 Cent.

Bauernverbände und Agrarpolitiker wollen nun konkret, den Preisverfall bei Milch aufhalten. Sie suchen den direkten Kontakt mit Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Nach intensiven Gesprächen mit dem Präsidenten des DBV, Joachim Rukwied, über die Situation der Milcherzeuger hat sich der Discounter Lidl Deutschland bereit erklärt, in der anstehenden Verhandlungsrunde für Molkereiprodukte die Einkaufspreise nicht weiter zu senken. „Dies ist ein wichtiges Signal für die Erzeuger. Damit stellt sich Lidl seiner Verantwortung für die Lebensmittelkette und unterstützt die Landwirte in einer für sie äußerst schwierigen Weltmarktlage“, bewertet Präsident Rukwied die Entscheidung des Unternehmens.

Darüber hinaus zeigt Lidl Verhandlungsbereitschaft für eine Erhöhung der Einkaufspreise für Trinkmilch in Deutschland. „Natürlich erwarten die Landwirte auch von anderen Unternehmen des Lebensmittelhandels ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein“, so der Bauernpräsident. Bernhard Krüsken, Generalsekretär des DBV, ergänzte gegenüber agrarzeitung.de: "Dies ist ein wichtiges Signal von Lidl für die kommenden Preisverhandlungen zur Trinkmilch." Mit Aldi hätten noch keine Gespräche stattgefunden. "Doch wenn Aldi Bereitschaft dazu zeigt, nehmen wir gerne den Faden auf.", sagte Krüsken auf Anfrage von agrarzeitung.de.

Aeikens sieht vielfältige Ursachen

 
AuIIIn Sachsen-Anhalt laufen im Agrarministerium die Drähte heiß. Am 11. September trifft sich Minister Dr. Hermann Onko Aeikens mit Vertretern der Molkereien und Behörden. Für ihn seien die Molkereien ein Glied in der Kette. Insgesamt seien die Ursachen für die derzeitige Milchmarktkrise komplexer. Er will in den Milchgesprächen die vorhandenen und von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen gegen Marktstörungen erörtern.

Ziel der Beratungen ist, sich über die weitere gemeinsame und einzelspezifische Vorgehensweise im Hinblick auf die Unterstützung der Milchbauern zu verständigen, erklärte eine Ministeriumssprecherin gegenüber agrarzeitung.de. (da)
stats