Exportbericht

Linke und Grüne üben Kritik

Seit 1991 steigen die Agrarexporte kontinuierlich an, bemerkt der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff. Doch davon würden weder " Bauern und Bäuerinnen sowie Arbeiter und Arbeiterinnen in der verarbeitenden Industrie profitieren", meint er in einer Stellungnahme zum in dieser Woche veröffentlichten Exportbericht. Vielmehr würden sie unter enormem wirtschaftlichen Druck stehen und seien viel häufig mit Existenzängsten konfrontiert. Seit 1990 habe sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland von 600.000 auf 275.000 im vergangenen Jahr mehr als halbiert, so Ostendorff. Er sehe die Notwendigkeit die bäuerlichen Betriebe zu fördern statt immer mehr die Exportindustrie zu "befeuern". Die Agrarpolitik der Union mit "ihrer Exportversessenheit und den ungesteuerten Direktzahlungen sei "in dieser Form sinnlos und schädlich".

Auch die agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion "Die Linke", Dr. Kirsten Tackmann übt deutliche Kritik an Agrarexporten. "Noch-Bundesagrarminister Schmidt zieht die völlig falschen Schlussfolgerungen aus dem gerade veröffentlichten Exportbericht", teilt Tackmann mit. Er propagiere ein 'Weiter so', obwohl der Bericht den Irrweg der vergangenen Jahre dokumentiere. Die "Schmidt'sche Exportstrategie sichert vielleicht den Handels- und Verarbeitungskonzernen billige Rohstoffe", so Tackmann. Doch bedeute dies in der Konsequenz möglichichst viel und billig produzieren zu müssen, zum Preis der Ausbeutung von Menschen sowie von Tieren und den Schutzgütern Boden, Wasser und Luft, bemerkt die Politikerin. Die Behauptung Agrarexporte würden Arbeit und Wohlstand sichern bezeichnet sie als "schlichtweg falsch". Daher fordere ihre Partei, "diese verfehlte Landwirtschaftspolitik endlich zu beenden". (jst) 
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