Flächeneffizienz

Löwenstein kritisiert IVA-Studie


Der Industrieverband Agrar (IVA) kritisiert, dass das Ertragsniveau des ökologischen Landbaus in Deutschland im Vergleich zum konventionellen Anbau weiter zurückgegangen ist. Dabei beruft sich der Verband auf eine von ihm in Auftrag gegebene Studie des Humboldt Forum for Food and Agriculture (HFFA).

Äpfel mit Birnen verglichen

Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Felix Prinz zu Löwenstein, weist die in der Studie gezogenen Schlussfolgerungen zurück. „Der IVA missbraucht die Daten des Thünen-Instituts für pseudowissenschaftliche Propaganda“, erzürnt sich zu Löwenstein. Denn die Testbetriebsdaten, die für den Vergleich herangezogen wurden, dienen dem Institut für einen betriebswirtschaftlichen Vergleich, geben jedoch keine Auskunft über naturräumliche oder klimatische Gemeinsamkeiten von Betrieben. Wenn der IVA die Erträge der Betriebe vergleicht, ohne deren Standortdaten zu berücksichtigen, vergleiche er Äpfel mit Birnen. Studien der TU München und der Universität Berkley zeigten, dass die Ertragsunterschiede deutlich geringer seien, sagt Löwenstein in einem Interview mit der morgigen agrarzeitung (az 2/2016).

Ökolandbau verringert Biodiversität stärker

Heute legte der IVA mit weiteren Details aus der HFFA-Studie nach. Gemessen am Ertrag verursacht Ökolandbau größere Biodiversitätsverluste als konventioneller Ackerbau, stellt der Autor und Geschäftsführer der HFFA Research GmbH, Dr. Steffen Noleppa, fest. Lediglich bei einer Betrachtung, die allein die bewirtschaftete Ackerfläche zum Maßstab nimmt, schneide der Ökolandbau besser ab. Bezogen auf den Ernteertrag gehe dagegen deutlich weniger Artenvielfalt bei konventioneller Bewirtschaftung verloren, weil dabei je produzierter Einheit weniger Fläche benötigt werde. (SB)
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