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Macron beklagt deutsches Lohndumping

Es sei das erste Mal, dass ein Staatschef bei seinem Antrittsbesuch in Brüssel mit der Sozialpolitik eingestiegen sei, erklärte EU-Kommissionpräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstag nach seinem Treffen mit dem neuen französischen Staatspräsidenten. Juncker sei sich mit Macorn einig, dass es an einem Ort den gleichen Lohn für alle, egal welcher Herkunft, geben müsse. Die EU-Kommission schlägt deshalb eine Reform der EU-Entsenderichtlinie vor. Aber ein Teil der EU-Mitgliedstaaten wehrt sich dagegen. So fürchten Bulgarien und Rumänien, dass mit gleichen Löhnen die Chance auf Arbeit in den reicheren EU-Mitgliedstaaten sinkt. Die Verhandlungen stocken.

Lohndumping durch Arbeiter aus den Billiglohnländern der EU schwäche die Idee Europas und nutze den Extremisten, betonte Macron. Er hätte im Wahlkampf zunehmende Fleischimporte aus Deutschland nach Frankreich kritisiert und dafür ein Lohndumping verantwortlich gemacht. Um dem ein Ende zu setzten, drängt Frankreich darauf, die EU-Entsenderichtlinie zu reformieren und Kontrollen gegen Verstöße in den Betrieben strenger zu kontrollieren. (Mö)
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