Die Produktion von Öko-Produkten muss auch in Zukunft prozessorientiert betrachtet werden. Diese Auffassung vertritt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bei der Revision der EU-Öko-Verordnung, erklärte er heute in Nürnberg. Diese Auffassung sei nun bei der maltesischen Ratspräsidentschaft auf offene Ohren gestoßen, berichtet Schmidt. Malta habe einen Vorschlag vorgelegt, der diesen prozessorientierten Ansatz aufgreift im Gegensatz zum Entwurf, den die Kommission seit langer Zeit vertritt. „Man kann die Thematik von Rückständen nicht auf die Öko-Branche transferieren“, sagte Schmidt wörtlich.

Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Österreich will Schmidt sich nun auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass diese Wende in der künftigen EU-Öko-Verordnung ankommt. Damit soll ein sicherer Rechtsrahmen für die weitere Entwicklung der Öko-Landwirtschaft gelingen, wie sie Schmidt auch mit seiner Zukunftsstrategie ökologische Landwirtschaft (ZöL) voranbringen will.

Heinrich Graf von Bassewitz, Öko-Beauftragter des Deutschen Bauernverbands (DBV), warnt vor zu viel Optimismus. Die EU-Kommission scheue im Trilog keine Mittel, um ihre Ansätze auch weiter zu verfolgen, fürchtet er. „Wir haben aber jetzt keine Zeit mehr für Kompromisse“, sagt von Bassewitz. (brs)
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