Kampagne der Grünen

Mastanlagen im Internet


"Ich bin entsetzt über diese neue Art der Hetze gegenüber Tierhaltern", kommentiert Heinrich Dierkes, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Damme, die Aktion der Grünen in Sachsen.

Die Landespartei hat auf ihrer Internetseite die Standorte genehmigter Tierhaltungsanlagen  und solcher, für eine Genehmigung beantragt worden ist, in einer Karte veröffentlicht. Darin enthalten sind etwa 150 Anlagen mit genauer Bezeichnung des Betreibers, der Produktionsrichtung, der Zahl der genehmigten oder beantragten Plätze sowie den Angaben zum Standort.  

Es sei schade, dass die Verantwortlichen der "Hexenjagd" aus der Geschichte nichts gelernt zu haben scheinen, bemerkt der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS), Bonn. Sonst wüssten sie, dass hinter vielen ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) oft bis zu 50 bäuerliche Familienbetriebe stehen, die zu DDR-Zeiten enteignet wurden, nach der Wiedervereinigung die Betriebe aber aus Kostengründen gemeinsam weiter bewirtschaften. Das spare Ressourcen, schone die Umwelt und schaffe familiäre Freiräume, so der Verband.

Eine öffentliche Polarisierung von Groß gegen Klein müsse endlich aufhören. Die Strukturentwicklung in Europa sei Folge der nationalen und europäischen Agrarpolitik, so der ZDS. Wer sich zu Marktwirtschaft und Globalisierung bekenne, gleichzeitig mit 14 Ländern Gespräche über Freihandelsabkommen führe sowie die Auflagen erhöhe, dürfe sich nicht wundern, dass steigende Kosten nur über die Betriebsgröße aufgefangen werden müssten.  Auch gelte,  dass Tierschutz unabhängig von der Betriebsgröße sei, heißt es in der Stellungnahme des ZDS. (jst)  
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