Tierseuchenbekämpfung

Meck-Pomm übt Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hält Mecklenburg-Vorpommern in Atem. Die Behörden in dem ostdeutschen Bundesland proben für den Ernstfall. Seit Montag läuft dort eine zweitägige Landes-Tierseuchenübung mit dem Schwerpunkt ASP.

Alle Landkreise und kreisfreien Städte sind in die Übung eingebunden. Erprobt wird das Zusammenspiel zwischen dem Landwirtschaftsministerium und den Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF). Gleichzeitig sind auch die Jagd-, Forst- und Ordnungsbehörden in die Übungsszenarien mit eingebunden.

Neben der landkreis- und behördenübergreifenden Koordinierung und Kommunikation im Rahmen sogenannter Großschadenslagen werden auch praktische Übungen durchgeführt. Zu letzteren zählt, dass eben auch ein Jäger ausrückt und nach den Wildtierbeständen schaut, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums zu agrarzeitung.de. Für die Übung würden Presse und Neugierige auf Abstand gehalten – Sperrgebiet sei eben Sperrgebiet.

Schauen, wo es hakt

„Auch wenn mit der Geflügelpest der letzte große Tierseuchenzug im Land noch nicht lange zurückliegt und die Veterinärbehörden monatelang intensiv beschäftigt hat, ist es notwendig, das Tierseuchen-Krisenmanagement auch behördenübergreifend zu trainieren“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD). Die dabei zu Tage tretenden Erkenntnisse, insbesondere dort, wo es gegebenenfalls auch mal hakt, seien mit Blick auf die ASP-Situation in Europa von großer Bedeutung: „Sie erlauben uns eine bessere Vorbereitung auf einen drohenden Ernstfall“, so Backhaus weiter.

Mit Auftreten der ASP in Polen und der Tschechischen Republik ist auch Deutschland betroffen. Die Einschleppung der für den Menschen ungefährlichen Seuche stelle eine große Bedrohung für den Wild- und Hausschweinebestand dar. Ein Ausbruch der ASP in Mecklenburg-Vorpommern zöge dramatische wirtschaftliche Schäden nach sich, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium.

Kein Impfstoff

Aufgrund der Besonderheiten des ASP-Virus sei trotz intensiver Forschung mittelfristig nicht damit zu rechnen, dass ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Damit fehle ein wirksames Instrument der Tierseuchenbekämpfung, heißt es weiter. (pio)
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