Boxberg

Mehr Forschung zum Tierwohl

 

Schweine statt Wagen
Vor fast 30 Jahren verhinderte das Bundesverfassungsgericht den Bau einer Auto-Teststrecke bei Boxberg. Das Land Baden-Württemberg ließ dort stattdessen vor zehn Jahren das Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg (LSZ) errichten. Auf dem 16,5 ha großen Gelände werden neue Haltungs-, Fütterungs- und Verfahrenstechniken erprobt. Auch gibt es eine Leistungsprüfanstalt und ein Schlachthaus.(kbo)
Frisches Forschungsgeld in Höhe von 365.000 € überreichte Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauck (CDU) bei einem Ortstermin in dieser Woche der Landesanstalt für Schweinezucht in Boxberg (LSZ). Damit sollen vor allem Fragen zur strittigen Gruppenhaltung von Sauen vertiefend erörtert werden. Die gewonnen Erkenntnisse werden in die gesellschaftliche Diskussion eingebracht, meint Hauck. Ein Weniger an Ideologie und ein Mehr an Fakten sei der Sache insgesamt dienlich.

Tierwohl bleibt eine Frage der Kosten

Das LSZ in Boxberg zeigt seit zehn Jahren, was zum Thema Tierwohl alles möglich ist. Es zeigt aber auch, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Grundsätzlich ist es am Ende immer eine Frage des Platzes, des Arbeitseinsatzes und damit der Kosten. So benötigt beispielsweise die Ausweitung der (bereits seit 2013 vorgeschrieben) Gruppenhaltung bei tragenden Sauen auf das Deckzentrum etwa doppelt so viel Raum. Der Verzicht auf den Ferkelschutzkorb braucht dreimal so viel Platz. Der Arbeitsaufwand bei den Bewegungsbuchten ist ebenfalls um das Dreifache erhöht. „Dennoch wird bei der freien Abferkelung im Vergleich zur konventionellen Haltung ein Tier mehr erdrückt“, erklärt Hansjörg Schrade, Direktor des LSZ. Der Handel sei gefragt. Neue Haltungskonzepte seien nur umsetzbar, wenn die Wirtschaft dazu den Anstoß gebe. (kbo)





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