Nebenerwerbslandwirte

Mehr Freiraum und weniger Papierkram


Mehr als die Hälfte der Höfe
Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2013 sind 52 Prozent der landwirtschaftlichen Uternehmen Nebenerwerbsbetriebe. Der Nebenerwerb kann sowohl Übergangsstadium als auch stabile Form einzelbetrieblicher Entwicklungen sein. Auf die im Nebenerwerb geführten Betriebe entfallen rund 2,8 Mio. ha Landwirtschaftliche Fläche – das sind durchschnittlich 21 ha je Betrieb. Nebenerwerbsbetriebe sind landwirtschaftliche Betriebe, in denen das außerbetriebliche Einkommen größer ist als das Einkommen aus der Landwirtschaft.
Die Nebenerwerbslandwirte sind aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ein wichtiges Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Die Organisation fordert, diese Berufsgruppe besser zu unterstützen. „Sie brauchen wie andere Unternehmer auch unternehmerische Freiräume“, so der DBV. Dazu gehört auch eine auf die Bedürfnisse von Nebenerwerbsbetrieben abgestellte Förderung von Investitionen. Häufig würden Unternehmerinitiativen nicht an fehlenden Ideen und Innovationen scheitern, sondern an überbordender Bürokratie, wie Bauvorschriften und Dokumentationspflichten. Landwirte im Nebenberuf seien kapazitätsbedingt von dem Wust an Vorschriften besonders betroffen, stellt der DBV fest.

Bindeglied zur Gesellschaft

Der DBV-Fachausschuss „Nebenerwerbslandwirtschaft und Erwerbskombinationen“ befasste sich auf seiner jüngsten Sitzung auch mit dem Stellenwert der Nebenerwerbslandwirtschaft in der Öffentlichkeit. Als Bindeglied zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft nehme die Nebenerwerbslandwirtschaft eine besondere Rolle ein. „Sie genießen in besonderer Weise das Vertrauen ihrer Mitbürger und Arbeitskollegen“, erklärte der Vorsitzende des Fachausschusses Werner Räpple. Nebenerwerbslandwirte hätten daher eine große Bedeutung für die Akzeptanz von Landwirtschaft in der Bevölkerung. Dies müsse innerhalb der Landwirtschaft viel mehr gewürdigt werden. (SB)
stats