Düngeverordnung

Mehr Messstellen geplant


Im Jahr 2012 veröffentlichte die EU-Kommission ihren letzten Nitratbericht. Die Ergebnisse sorgten für große Aufregung, da die zulässigen Nitratwerte in Gewässern in Deutschland deutlich überschritten wurden. Zudem gab es Kritik an der Auswahl von Messstellen. Diese seien vor vielen Jahren bewusst nach den besonders belasteten Gebieten gewählt worden. Dort wollte der Gesetzgeber eine Verbesserung herbeiführen, sagte Dr. Jörg Hüther vom hessischen Agrarministerium während der Wintertagung der Stickstoffwerke Piesteritz SKW in Butzbach. 

Nun steht nach vier Jahren ein neuer EU-Nitratbericht an. Hierfür ist in Deutschland eine gründliche Überarbeitung des alten Nitratmessnetzes geplant. Die Zahl der Messstellen zur Bewertung der Wirkung der Düngeverordnung soll bundesweit von 162 auf 700 erhöht werden. In Hessen steigt die Zahl von derzeit 12 auf 35. Die Auswahl der Messstellen erfolge nicht mehr nach dem Belastungsgrad, sondern nach der Nutzung. Damit kommen auch Standorte in die Berechnung, die trotz intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, nicht zur einer Nitratbelastung im Grundwasser führen.

Bundesrat berät Düngeverordnung

Mangelhafte Daten
Die Novelle der Düngeverordnung stoppen ist das Ziel einer Online-Petition, die die Qualitätsgemeinschaft für nachhaltige Düngung und Ressourcenschutz (QDR) gestartet hat. Zur Begründung seiner Initiative verweist der Verein auf die seiner Auffassung nach mangelhaften Messdaten zur Grundwassergüte in Deutschland, die der Neufassung der Düngeverordnung zugrunde liegen. Die QDR stuft das Nitratmessnetz in Deutschland als untauglich ein. (da)
Bei der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie liegt Deutschland weiter im Hintertreffen. Hüther wartet wie die gesamte Branche auf einen weiteren offiziellen Entwurf aus dem Bundesagrarminsterium. Eine letzte nicht öffentliche Vorlage gab es im Oktober. Geplant ist, dass die Verordnung im Frühjahr den Bundesrat passiert. Hier rechnet Hüther mit einigen Einwänden der Länder vor allem zu den Sperrfristen und den Länderermächtigungen. Eine Neuerung ist,  Wirtschaftsdünger auf gefrorenen Böden auszubringen. Landwirte erhoffen sich damit mehr Flexibiltät. 

Allerdings müssen Gülle und Gärreste nach einer Übergangsfrist von vier Stunden ab 2018 innerhalb einer Stunde in den Boden eingearbeitet werden. Eine sofortige Einarbeitung soll auch für Harnstoff auf unbestellten Flächen etwa vor der Maisaussaat erfolgen, teilten Referenten von SKW mit. Die Düngeverordnung werde frühestens Mitte 2016 in Kraft treten. (da)
stats