Öko-Landbau

Mehr Umsteller 2015


Der ökologische Landbauverband Bioland sieht die heimische Biolandwirtschaft auf dem Vormarsch. „Nach fünf schwachen Jahren haben 2015 wieder mehr Bauern die Chance ergriffen, auf ökologischen Landbau umzustellen“, teilt der Verband am Mittwoch mit. Bei Bioland stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Mitgliedsbetriebe um 288 auf nun 6.200 – der größte Zuwachs seit 2010.

Auch für die deutsche Biolandwirtschaft insgesamt sieht der Verband einen positiven Trend: „Die offiziellen Zahlen werden zwar erst Mitte des Jahres veröffentlicht, aber auch die Biolandwirtschaft insgesamt dürfte gewachsen sein“, sagte ein Verbandssprecher zu agrarzeitung.de. Der Grund: 20 Prozent höhere Milchpreise als in der konventionellen Landwirtschaft und ein dreifacher Preis für Bio-Schweinefleisch mache die Öko-Erzeugung zu einer wirtschaftlich interessanten Alternative.

Bioland-Präsident Jan Plagge fordert im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin, die „positive Dynamik“ im Ökolandbau durch eine passende politische Förderung zu unterstützen. Dazu fordert Bioland, dass das Bundesagrarministerium (BMEL) 20 Prozent der Agrarforschungsmittel für den Biolandbau bereitstellt, aktuell seien es nur 1,5 Prozent. Außerdem sollten Investitionsförderungen im Stallbau an Bio-Kriterien wie Auslauf für die Tiere geknüpft werden. Zudem sollten die Bundesländer die nach EU-Vorgaben möglichen, vollen 15 Prozent der Direktzahlungsmittel für Agrarumweltprogramme in die 2. Gäule der Gemeinsamen Agrarpolitik umschichten; aktuell sind es nach Angaben von Bioland 4,5 Prozent. (pio)
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