Landwirtschaftliche Betriebe, die jährlich mehr als 200 t Frischmasse an Wirtschaftsdünger auf andere Betriebe verbringen, müssen dies ab sofort melden. Dazu will das Ministerium bei der Landwirtschaftskammer eine Datenbank einrichten, in welcher die Daten gesammelt werden sollen.

"Damit erhalten wir endlich einen Überblick über die Wirtschaftsdüngerströme in Schleswig-Holstein. Das bringt etwas Transparenz in die Problematik von zu hohem Gülleaufkommen. Noch besser wäre eine Hoftorbilanz, die die Nährstoffbilanz pro Betrieb misst", sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen).

Das Aufzeichnen der Daten sei letztlich nur eine Vorstufe. Dringend notwendig sei die Novellierung der bundesweiten Düngeverordnung. Wirtschaftsdünger müssten auf ihre Nährstoffe hin verpflichtend untersucht werden, und die Lagerkapazitäten für Gülle müssten ausgeweitet werden. „Wir haben teils sehr hohe Nährstoffüberschüsse, mit negativen Folgen für oberflächennahe Gewässer, Grundwasser und Küstengewässer. Deshalb müssen wir die Nährstoffeinträge weiter reduzieren“, sagte Habeck. Neben Schleswig-Holstein haben auch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bereits eine elektronische Meldepflicht eingeführt. (az)
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