Statistik

Menge bei Gülle-Unfällen halbiert

Zwar wurden im Jahr 2016 2.721 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen registriert, also 121 mehr als 2015. Dabei traten laut Destatis fast 7,5 Mio. Liter wassergefährdende Stoffe unkontrolliert in die Umwelt aus. Das waren jedoch knapp 52 Prozent weniger als im Vorjahr. Das langjährige Mittel (1997-2016) liegt bei 10,1 Mio. Liter.

Im Jahr 2015 waren vier große Unfälle registriert worden, bei denen zusammen allein 8,4 Mio. Liter wassergefährdende Stoffe freigesetzt wurden. Dabei hatte es sich insbesondere um Jauche, Gülle und Silagesickersaft sowie vergleichbare in der Landwirtschaft anfallende Stoffe (JGS) gehandelt.

Teilweise Wiedergewinnung der Stoffe

Die Unfälle im Jahr 2016 ereigneten sich beim Transport sowie in Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen (LAU-Anlagen) oder zum Herstellen, Behandeln und Verwenden (HBV-Anlagen) und bei der innerbetrieblichen Beförderung von wassergefährdenden Stoffen. Von den insgesamt freigesetzten Schadstoffen konnten rund 3,7 Mio. LIter und damit etwa die Hälfte nicht wiedergewonnen werden. Rund 3,8 Mio. Liter wurden etwa in andere Behälter zum Schutz der Umwelt umgepumpt.

Bei der nicht wiedergewonnenen Menge handelte es sich zu 71 Prozent um JGS, die nach der seit August 2017 geltenden Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwsV) als „allgemein wassergefährdend“ eingestuft werden. Bei entsprechend großen freigesetzten Mengen oder besonderen örtlichen Verhältnissen können sie laut Destatis zu einer Gefahr für Gewässer und Boden werden.

Kritik von Umweltschützern

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) veröffentlichte gestern anlässlich der neue Statistikdaten die „Chronik der Güllehavarien“ für den Zeitraum von Juli 2016 bis Juni 2017. Er will damit auf die Gefahren beim Gülletransport aufmerksam machen.

„Je häufiger Gülletransporte werden und je länger die Transportstrecken, desto wahrscheinlicher sind Unfälle mit massiven Umweltschäden“, sagte die BUND-Agrarexpertin Katrin Wenz. Die Tierhaltung in Deutschland produziere etwa 200 Mio. Kubikmeter Gülle pro Jahr, dies entspreche über 11 Millionen Gülletransportern mit Ladungen von jeweils 18.000 Litern. Hinzu kämen Gülleimporte, beispielsweise aus den Niederlanden.

Jedoch zeigen die Statisitkdaten, dass der weitaus größere Teil der Gülle-Unfälle beim Umgang in Anlagen passiert. Hier traten 2016 rund 5,3 Mio. Liter aus. Beim Transport waren es 175.300 Liter. (mrs)













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