Milchmarkt

Mengenregulierung bleibt umstritten

In der Berliner Landesvertretung von Schleswig-Holstein tauschten die Diskussionsteilnehmer aus der Milchbranche die altbekannten Argumente aus. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer sprach sich erneut dafür aus, alle Instrumente zu einer Bewältigung der Krise tabulos zu prüfen. Dazu gehöre für ihn auch ein Bonus-Malus-System, bei dem Einnahmen aus der Superabgabe genutzt werden könnten, um Landwirten einen Zuschuss zu zahlen, die ihre Produktion einschränken, erklärte Meyer im Anschluss an die Veranstaltung gegenüber agrarzeitung.de. Die niedrigen Milchpreise verursachten einen hohen wirtschaftlichen Schaden. 10 Cent je Liter weniger Milchgeld bedeuteten für die Landwirte in Niedersachsen Einnahmeverluste von insgesamt 800 Mio. €, rechnet Meyer vor.

Ludwig Börger, Milchreferent des Deutschen Bauernverbandes (DBV), bekräftigte, dass der DBV ein Zurück zur vorgegebenen Mengenregulierung auf Erzeugerebene entschieden ablehnt. Diese gefährde die künftige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Milcherzeuger. Er verwies darauf, dass in der Arbeitsgruppe Mengensteuerung, die auf Initiative Hessens gegründet worden war, die entsprechenden Vorschläge des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) auf breite Ablehnung gestoßen seien. „Auch unter den Fachleuten aus den von den Grünen geleiteten Landesministerien trat in der Arbeitsgruppe niemand als Befürworter auf. Schon die Umsetzbarkeit der Vorschläge sei aus Sicht der Verwaltungen nicht gegeben“, erklärte Börger agrarzeitung.de.

Der DBV sei unter anderem bereit, über eine Anhebung des Interventionspreises und eine weitere Stärkung der Privaten Lagerhaltung als Kriseninstrumente zu diskutieren. Ferner seien Verwaltungen und Molkereien verstärkt gefordert, die Wettbewerbsfähigkeit des Milchsektors in globalisierten Märkten sicherzustellen. (SB)
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