Wahlkampf

Merkel nimmt Glyphosat in Schutz


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in die Debatte um das Herbizid Glyphosat eingeschaltet. Sie werde sich dafür einsetzen, dass das Mittel auf wissensbasierter Grundlage weiterhin eingesetzt werden kann, sagte Merkel am Donnerstag auf einem CDU-Agrarforum in Boldekow (Mecklenburg-Vorpommern). Die Kanzlerin verwies auf Studien, die belegten, dass die Risiken nicht sehr groß seien. Mit Unverständnis reagierte die CDU-Vorsitzende auf den Umgang der SPD mit dem Thema Glyphosat. „Ich war sehr erschrocken über den Wandel und Wechsel bei der SPD”, sagte Merkel. Die SPD hatte die weitere Zulassung von Glyphosat lange unterstützt. Im Mai vollzogen die SPD-Minister in der Bundesregierung dann aber eine Wende und legten sich auf ein Nein fest. Deutschland musste sich deshalb bei den Abstimmungen in Brüssel enthalten.

Mitglieder der Bundestagsfraktion der Grünen kritisierten Merkels Aussagen. Ihre Unterstützung für Glyphosat sei „befremdlich“, ließ Harald Ebner prompt verlauten. „Statt der Agroindustrie nach dem Munde zu reden, sollten die Kanzlerin und ihre Regierung besser Maßnahmen für eine schnelle Verringerung der Glyphosatbelastung von Mensch und Umwelt ergreifen“, forderte Ebner. (SB)
stats