Kleingruppenhaltung

Meyer: Das Ei mit der "3" läuft ab

Auf die Entscheidung des Bundesrats, sich auf ein Ende der Kleingruppenhaltung bis 2025 festzulegen, reagiert der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer zufrieden. Die Kleingruppenhaltung sei "kaum besser" als die früheren konventionellen Käfige. "Jedes Huhn hat gerade einmal den Platz von etwas mehr als einem DIN-A-4-Blatt," so Meyer. Staubbaden, ungestörte Eierablage oder gar Ruhen seien gar nicht möglich. Sobald der Bund die Rechtsverordnung in Kraft setze, gehöre der artgerechten Freilandhaltung die Zukunft und nicht engen Käfigen. In Niedersachsen und Rheinland-Pfalz gelte ein solches Verbot schon jetzt.

Meyer fordert den Bund außerdem auf, einen anderen Beschluss des Bundesrates umzusetzen. Auch verarbeitete Eier in Nudeln und Kuchen sollten danach gekennzeichnet sein, in welcher Haltungsform sie gelegt wurden. Das schaffe die nötige Transparenz für den Verbraucher. Bisher geschieht das nur bei Frischeiern, die mit einer drei gekennzeichnet werden, wenn sie aus der Kleingruppenhaltung stammen.

Tierschützer: Bund muss mitziehen

Auch der Deutsche Tierschutzbund verkündet, dass er die Entscheidung des Bundesrats für richtig hält. Allerdings schränkt er ein, dass die Übergangsfrist "ungerechtfertig" lange gilt. Die Tierschützer fordern nun, dass die Bundesregierung sich der Entscheidung anschließt. Dabei verweisen die Tierschützer auch auf die Entscheidung des Bundesrats, die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zu ändern. Mit einer Änderung sollen verbindliche Vorschriften für die Haltung von Mastputen eingeführt werden. Es habe sich gezeigt, dass freiwillige Verpflichtungen in der Mastputenhaltung, völlig unzureichend sind, so die Tierschützer.

Putenhalter: Unnötiger Aktionismus

Die deutsche Putenwirtschaft kritisiert die Entscheidung des Bundesrats hingegen als "unnötigen politischen Aktionismus". Damit missachte die Politik, dass es mit den "Bundeseinheitlichen Eckwerten für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen" bereits ein Regelwerk gibt. Dies habe bereits zu mehr Tierwohl in der Putenhaltung beigetragen. (has)
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