Gewässerschutz

Meyer kritisiert Nitratbelastung

Auf dem dritten Nährstoffsymposium haben am Donnerstag das niedersächsische Landwirtschaftsministerium und das Umweltministerium mehr Tempo bei der Novellierung von Düngegesetz und Düngeverordnung angemahnt. Niedersachsen sei „in besonderem Maße von Überdüngung betroffen“, sagten Landwirtschaftsminister Christian Meyer und Umweltminister Stefan Wenzel. Grundwasser und Oberflächengewässer leiden nach Ansicht der Minister stark unter der wachsenden Verunreinigung durch Stickstoff und Phosphat. Die Nährstoffüberschüsse wirkten sich zudem negativ auf Klimaschutz und Biodiversität aus. Vor allem die zunehmende Nitratbelastung sei alarmierend und muss zum Schutz der Umwelt nachhaltig bekämpft werden, forderte die Grünen-Politker.

Datenaustausch für effektivere Kontrollen

„Die Ländervorschläge für eine wirksame Düngerüberwachung liegen seit langem auf dem Tisch“, sagte Meyer. Mit der Novellierung des Düngerechts sollen Daten zwischen Überwachungsbehörden für effektivere Kontrollen künftig gezielt ausgetauscht werden und strengere und verbindlichere Vorgaben beim Düngereinsatz gelten. Der jährliche Nährstoffüberschuss in Niedersachsen beträgt laut dem Anfang des Jahres veröffentlichten dritten Nährstoffbericht mehr als 80.000 t Stickstoff und etwa 30.000 t Phosphat. Dass es möglich sei diese Überschüsse zu reduzieren, zeige ein Blick nach Dänemark: Dort gelinge es bereits seit mehr als 20 Jahren, durch eine restriktive Begrenzung der Düngermenge auf das für die Betriebe und das Pflanzenwachstum erforderliche Maß die Nährstoffüberschüsse und damit die Belastung der Umwelt zu senken, so die Minister.

Qualitätsstandards für Wirtschaftsdüngertransporte

Notwendig sei der verminderte und wesentlich gezieltere Einsatz von Gülle, Gärresten und anderen Wirtschaftsdüngern bei gleichzeitig deutlich geringerem Mineraldüngereinsatz. Das auf dem Nährstoffsymposium vorgestellte Verbundprojekt „Wirtschaftsdüngermanagement Niedersachsen“ soll dafür Ansätze liefern. Daneben werden zertifizierte Wirtschaftsdüngeranalysen und Qualitätsstandards für Wirtschaftsdüngertransporte entwickelt. Das erhöhe die Akzeptanz bei aufnehmenden Betrieben in Bedarfsregionen und schaffe gleichzeitig die notwendige Transparenz der Nährstoffflüsse.

Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet zum Gewässerschutz

Derzeit entsprechen die jährlichen Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen einem Geldwert von mehr als 100 Mio. €. Diese Summe könnte durch einen verringerten Düngereinsatz eingespart werden. „Das wäre nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern auch ein Gewinn für den Gewässer- und Naturschutz“, sagte Umweltminister Wenzel. Ziel müsse sein, die Belastungen zu verringern, um den von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie geforderten guten Gewässerzustand zu erreichen. Mit der Wasserrahmenrichtlinie verpflichten sich die EU-Staaten, die Ressource Wasser besonders zu schützen, etwa die Nitratbelastung der Gewässer zu senken. Doch auch die neuerliche Bewertung durch die Europäische Union 2015 habe ergeben, dass 41 Prozent der Grundwasserkörper in Niedersachsen einen „guten chemischen Zustand“ nicht erreichen. (SB)
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