EU-Agrarpolitik

Meyer verlangt Systemwechsel

Ab 2020 müssten zwei Milliarden Euro für Tierschutz, Ökologie und kleinere Betriebe vorgesehen werden, so der amtierende Vorsitzende der Agrarministerkonferenz (AMK). Es sei nicht gerecht, dass 20 Prozent der größten landwirtschaftlichen Betriebe rund 80 Prozent der einkommensstützenden Direktzahlungen erhielten, während gleichzeitig kleine und mittlere Betrieb weitgehend leer ausgingen. So werde das oft beklagte Sterben kleiner bäuerlicher Betriebe künstlich angeheizt, kritisiert Meyer.   

Ziel müsse vielmehr sein, wie in Frankreich mindestens eine Milliarde Euro der Agrarzahlungen gezielt für Junglandwirte, Neueinsteiger und bäuerliche Betriebe umzuverteilen, fordert der Minister. Auch der Umwelt- und Tierschutz kämen seiner Ansicht nach deutlich zu kurz. Daher sollten ab 2020 mindestens eine Milliarde Euro über die sogenannte "Zweite Säule" bundesweit in die Honorierung von Tierschutz und Umweltleistungen fließen. 

Die Agrarförderung müsse sich neu legitimieren, so Meyer in Brüssel. Das Gesamtbudget werde durch den Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohnehin deutlich sinken. Die bisher praktizierte Förderung mit der Gießkanne müsse ein Ende haben. Öffentliches Geld solle verstärkt in eine Landwirtschaft fließen, "die das Klima schützt,  wieder mehr Artenvielfalt zulässt und die Tiere fair behandelt", lautet Meyer's Appell. (jst)
stats