Ringelschwänze

Meyer will Prämie ausbauen

Die Bilanz nach dem ersten Förderjahr zur Ringelschwanzprämie, das im Dezember 2015 in Niedersachsen begonnen hatte, kann sich sehen lassen. Insgesamt haben 91 Betriebe in Niedersachsen mit 100.000 Schweinen an dem Projekt teilgenommen. 5 Betriebe oder 5,5 Prozent haben nicht die Mindestanforderungen erfüllt, sagte Chrisitan Meyer heute in Hannover. Umso mehr freut es ihn, dass die Kontrolleure bei 86 Tierhaltern makellose Ringelschwänze feststellten. Sie bekommen pro Schwein eine Prämie von 16,50 €.

Landvolk fordert 30 € je Ringelschwanz

Minister Christian Meyer, ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes und Schweinehalter Timo Jürgens (v.l.) sehen das Projekt auf einem guten Weg.
-- , Foto: da
Minister Christian Meyer, ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes und Schweinehalter Timo Jürgens (v.l.) sehen das Projekt auf einem guten Weg.
Der Landvolkverband hält die Prämie für unzureichend. Er fordert von Meyer, diese um 13,50 €/Schwein aufzustocken. Der personelle Aufwand sei sehr hoch. Meyer rechtfertigt die Höhe der Prämie. „Wir dürfen nur für den geleisteten Mehraufwand des Tierhalters eine Entschädigung zahlen und nicht den Gewinn je Schwein erhöhen“, verweist Meyer auf die Beihilferichtlinien in der EU. Die teilnehmenden Landwirte müssen an Schulungen teilnehmen, um auf das Verhalten der Tiere aufmerksam zu werden. Zusätzlich streuen sie Stroh ein, geben den Tieren mehr Platz und Beschäftigungsmaterial.

Prämien für Ferkel und Sauen geplant

Anfang Dezember ist die zweite Runde des Ringelschwanzprogramms gestartet. Die Zahl der Schweine habe sich mit 200.000 und aus 156 Betrieben laut Meyer nahezu verdoppelt. Für die Tierwohlförderung stellt er 2017 rund 3,4 Mio. € bereit. Damit auch Ferkelerzeuger und Sauenhalter finanziell für mehr Tierwohl berücksichtigt werden, plant Meyer für das Förderjahr 2018 zwei weitere Prämien. Eine Ferkelprämie sieht vor, bei Erreichen einer geforderten Erfolgsquote eines intakten Ringelschwanzes 5 € pro Ferkel zu bezahlen. Mit der Sauenprämie sollen Haltungsbedingungen, die deutlich über den derzeit geltenden Standards liegen, mit maximal 150 € pro Sau gefördert werden. Betriebe, die auch eine eigene Ferkelaufzucht haben, können ab 2018, wenn die EU zustimmt, 21,50 € je Schwein mit intaktem Ringelschwanz bekommen. Beide Programme hat Niedersachsen zur Genehmigung bei der EU-Kommission eingereicht. (da)
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