EU-Agrarzahlungen

Meyer will mehr Geld für Tierhalter

Die beiden grünen Agrarminister aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Christian Meyer und Robert Habeck, fordern eine massive Umschichtung innerhalb der EU-Agrarzahlungen. Künftig sollen 15 Prozent der Mittel in die Zweite Säule fließen und über spezielle Programme an die Landwirte verteilt werden. Damit würde Deutschland den von der EU erlaubten maximalen Umfang voll ausnutzen. Bisher fließen 4,5 Prozent der Agrarzahlungen in die Zweite Säule.

Grünlandwirtschaft aufwerten

Genutzt werden sollen die zusätzlichen Mittel für eine höhere Förderung der tierschutzgerechten Haltung von Milchkühen, Schweinen und Schafen. „Wir wollen die Weidehaltungsprogramme der Landesregierung stärken und so die für Niedersachsen prägende Grünlandwirtschaft nicht nur erhalten, sondern auch aufwerten“, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Pro Jahr könnten in Niedersachsen 80 Mio. € aus EU-Mitteln zusätzlich zur Verfügung stehen. Bundesweit geht es laut Meyer um einen Betrag von 525 Mio. €. Meyer und Habeck fordern die Änderungen noch in der aktuellen, im Jahr 2020 auslaufenden Förderperiode umzusetzen.

Verpächter profitieren von Flächenprämien

Die bisherigen Flächenprämien halten die Minister für ungerecht. Davon würden vor allem flächenstarke Betriebe und die Verpächter profitieren. „Das ist nicht gerecht. Denn gerade die Tierhaltung in Niedersachsen steht unter gewaltigem Druck und braucht jetzt Geld für einen Innovationsschub“, stellt Meyer fest. Tierhalter sollen deshalb höhere Anteile an den EU-Agrarbeihilfen bekommen. Mit den zusätzlichen Mitteln in der zweiten Säule will Meyer das niedersächsische Programm für den ländlichen Raum deutlich aufstocken. „Gerade die Milchbauern, aber auch die Schaf- und Sauenhalter durchleben aufgrund niedriger Preise schwierige Jahre“, so Meyer. Deshalb soll die Pflege des Grünlands besser honoriert werden. „Der Erhalt von Grünland wird wiederum die Weidehaltung von Kühen beflügeln“, hofft der Landwirtschaftsminister.

Landwirtschaft modernisieren

Niedersachsen habe sich mit der Ringelschwanzprämie und der Grünlandprämie bereits auf diesen Weg gemacht. Die Bundesregierung wolle überdies in ihrem Klimaschutzprogramm eine Umschichtung prüfen, und auch der Bundeslandwirtschaftsminister plädiere in seinem Grünbuch für mehr tierbezogene Agrarförderungen. Neben der „tiergerechten Tierhaltung“ möchte Meyer auch umweltbezogene Maßnahmen und umweltgerechte Innovationen in der Landwirtschaft wie die Digitalisierung verstärkt fördern. Niedersachsens Landwirtschaft könne damit weiter modernisiert und für die Zukunftsherausforderungen fit gemacht werden. (SB)
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