Krisenbewältigung

Milch Board will weg von Exporten


In einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) betont die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board ihre diametral anderen Vorstellungen zu Wegen aus der Milchkrise. Schmidts immer wieder geäußerte Ansicht, der Export solle das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage regeln, gehe an der Wirklichkeit vorbei, so die Milcherzeugerorganisation.

China baue eine eigene Milchproduktion auf und werde dabei von der EU unterstützt. Die Ausfuhr der Milchprodukte nach China werde deshalb auch in Zukunft eine marginale Rolle spielen, zumal der Milchpulverexport dorthin eine „ziemlich zu vernachlässigende Größe darstellt". Wenig Hoffnung setzt die MEG auch auf den russischen oder iranischen Markt. Nach Schmidts Äußerungen in der jüngeren Vergangenheit bleibe die Frage offen, welche Exportmärkte der Minister favorisiere und in welcher Weise er den Absatz in diese Länder fördern wolle.

Regeln für den Markt notwendig

Die vom Minister und dem Deutschen Bauernverband (DBV) „gepredigte Freiheit der Milcherzeuger" habe dazu geführt, dass insbesondere die Wachstumsbetriebe die Produktion erheblich ausweiteten. Deshalb sei die Produktionsmenge 2014 um nahezu 4 Prozent gestiegen. In der jetzigen Milchkrise seien diese Höfe an die Liquiditätsgrenze gestoßen. „Der Markt braucht Regeln“, stellt die MEG fest. „Es ist deshalb von einer gewissen Nachlässigkeit geprägt, wenn Sie Ihre Ratschläge allein auf den derzeit wirkungslosen Export beschränken“, kritisiert die Organisation. Erneut verweist die MEG Milch Board in dem Brief an den Minister auf die Vorschläge in der RoadMap Milch & Markt hin. Dazu gehören eine Bündelung des Angebotes und die Beseitigung der Andienungspflicht für Genossenschaftsmitglieder. (SB)

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