Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) stehen durch die aktuellen Währungsturbulenzen und durch den gegenwärtigen Preisdruck auf dem Milchmarkt unter großem wirtschaftlichen Druck. Hinzu kommt, dass durch den Wegfall der Tierprämien die Direktzahlungen gekürzt wurden. Mit einer Marketing-Offensive soll der Konsum von Schweizer Milchprodukten angekurbelt werden, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) in Bern.

Auf Preissenkungen verzichten

Die Milchbauern forderten bei einer SMP-Versammlung von ihrer Regierung eine Aufstockung der Mittel für die Exportförderung. Handelsketten und Molkereien sollten auf „unnötige Preissenkungen auf dem Rücken der Milchproduzenten verzichten". Darüberhinaus startet die SMP Mitte Mai eine Marketing-Offensive, mit der die Konsumenten zum Kauf von Schweizer Milchprodukten animiert werden sollen. Denn der starke Franken habe das Einkaufen jenseits der Grenze attraktiver gemacht. Zudem konsumiere die Bevölkerung seit Jahren immer mehr ausländischen Käse. Mit Interesse beobachten die schweizer Bauern derzeit auch die Entwicklung auf dem EU-Milchmarkt. Die Abschaffung des Quotensystems könnte zu einer steigenden Produktion führen, was indirekt auch den schweizer Markt beeinflussen könne.

Marktstabilisierung wird fortgesetzt

Die Erzeugerorganisation beschloss, die Marktstabilisierungsmaßnahmen über die LactoFama AG weiter umzusetzen. Diese Firma war im Frühjahr 2014 gegründet worden, um den eidgenössischen Milchmarkt zu entlasten. LactoFama hat im letzten Jahr 42,4 Mio. kg überschüssige Milch aufgekauft. Diese Menge wurde in der Schweiz verarbeitet und in Form von Butter, Milchstreichfett und Milchpulver exportiert. Die Maßnahmen haben laut SMP zur Preisstabilität und zur Transparenz auf dem Heimmarkt beigetragen. Finanziert werden die Aktivitäten der LactoFama über Abzüge der Milchbauern. Ende November 2014 haben die Delegierten die Finanzierung bis Ende April 2016 verlängert. (az)
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