Mengenreduzierung

Milchindustrieverband bezweifelt Wirkung


Die Ankündigung der deutschen Agrarministerkonferenz, notfalls eine Mengenreduzierung im Milchmarkt einzuleiten, stößt auf Skepsis. Er zeige für die aus politischen Gründen geäußerten Überlegungen gewisses Verständnis, sagte der Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbandes (MIV), Eckhard Heuser gegenüber agrarzeitung.de. Jedoch halte er durch bürokratische Schritte verhängte Maßnahmen für kaum realistisch. Ein aus deutscher Richtung vorgetragener Versuch, eine europaweite Reduzierung einzuleiten, werde seiner Ansicht nach bereits auf der EU-Ebene scheitern. Auch stelle sich die Frage nach der praktischen Umsetzung. Im Kreis der Milchlieferanten herrsche eine sehr heterogene Struktur. Dabei sei unklar, wie die einzelnen Betriebe betroffen sein würden. Sicher wäre, dass es zu großen Ungerechtigkeiten wie bereits bei der Einführung der Milchquote im Jahr 1984 kommen würde. Heuser ist überzeugt, dass es eine Neuauflage der Milchquotenregelung nicht geben wird. Solange der Markt nicht wieder zu annähernd normalen Verhältnissen zurückkehre, sehe er keine Möglichkeiten, die für die Milcherzeuger angespannte Situation zu beeinflussen. (jst)
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