Die weltweite Milcherzeugung ist im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger gewachsen, meldete die Zentrale Milchmarkt Berichterstattung GmbH. In den wichtigsten Exportländern der Welt seien im ersten Halbjahr 2015 immer noch 1,5 Mio. t Milch mehr als im Vorjahr ermolken worden, wobei der Zuwachs im wesentlichen aus Erzeugungsregionen in Drittländern gekommen sei; die EU-Länder hätten die Milcherzeugung in dem Berichtzeitraum nur um 0,5 Prozent ausgedehnt. Deutschland und Frankreich blieben im gleichen Zeitraum laut DBV mit minus 0,9 Prozent sogar hinter ihrer Vorjahresmenge zurück.

Die weltweite Abschwächung des Anstiegs der Milcherzeugung mache deutlich, dass die Erzeuger aufgrund des gesunkenen Preisniveaus bereits weniger ambitioniert produzieren würden, schlussfolgert der DBV. Zudem zeige der starke Zuwachs außerhalb Europas, dass eine Begrenzung oder Reduziereung der europäischen oder deutschen Milchmengen keinen wesentlichen Preiseffekt haben dürften. Deshalb erteilt der Verband einer „marktpolitisch verordneten Produktionsbeschränkung“ erneut eine Absage. Der DBV geht davon aus, dass die Milcherzeugung durch Kosteneinsparungen weiter zurückgefahren werden dürfte. Auch in den USA und Neuseeland werde die Produktion zurückgefahren.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und zahlreiche Oppositionspolitiker fordern eine zumindest zeitweise Deckelung der Produktion. Der DBV hingegen bekräftigt erneut seine Forderung, neue Exportmärkte zu erschließen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Milchwirtschaft zu sichern.(az)
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