Hessischer Milchtisch

Milchwirtschaft bleibt unter Anspannung

Die schwierige Situation am Milchmarkt vor rund zwei Jahren nahm Hessen zum Anlass im Januar 2015 einen Milchtisch einzuberufen. Ziel war es, Lösungsmöglichkeiten für die Milchkrise zu finden, die von allen Erzeugerverbänden und den Molkereien gemeinsam mitgetragen werden. „Während des gravierenden Milchpreisverfalls der vergangenen beiden Jahre gab es eine Vielzahl an politischen Initiativen, um die Situation der milcherzeugenden Betriebe zu verbessern. Sie trugen die Hauptlast der abstürzenden Milchpreise. Auch wenn die Preise derzeit wieder angezogen haben, hat sich strukturell an der Situation leider nichts Grundlegendes geändert“, sagte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser gestern beim 4. Hessischen Milchtisch in Wiesbaden.

Die Milchauszahlungspreise sind zurzeit wieder etwas angestiegen, im Januar lagen die Milchpreise bei 31,8 Cent in Hessen. Auch die Milchanlieferung nimmt saisonal bedingt wieder zu. „Von wirklich guten Milchpreisen, wie im Jahr 2013 (Oktober 40,66 Cent) sind wir aber weiterhin noch weit entfernt. Daher sollten wir die Zeit der relativen Entspannung nutzen um endlich auch strukturelle Änderungen zu erzielen“, machte Dr. Tappeser deutlich. Gerade in einem Land wie Hessen, mit einer kleinstrukturierten Landwirtschaft und einem hohen Anteil an Grünland spiele die Milcherzeugung eine bedeutende Rolle. „Zudem darf nicht vergessen werden, dass die extensive Nutzung der Grünlandflächen für den Erhalt unserer Kulturlandschaft und damit auch dem Erhalt der natürlichen Vielfalt nicht wegzudenken wäre“, erläuterte Tappeser.

„Es ist an der Zeit, neben den vorhandenen Instrumenten, endlich dauerhaft wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für alle Betriebe in der Wertschöpfungskette zu etablieren“, so Tappeser weiter. Die maßgeblichen Diskussionsergebnisse wil sie bei der morgen beginnenden Agrarministerkonferenz einbringen. (mrs)
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