In der Schlacht- und Fleischbranche hat sich in den vergangenen zwei Jahren einiges bewegt, sagte Dominique John, Leiter der Beratungsstelle Faire Mobilität im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) heute in Berlin. So sei erkennbar, dass sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse erhöhe, führte er im Rahmen eines von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen organisierten Fachgesprächs zum Thema Mindestlohn in der Schlachtbranche aus. Durch den in Selbstverpflichtung eingeführten Mindeststandard verbessere sich auch die Einkommenssituation der Beschäftigten, erkannte John an. Dennoch gebe es weiterhin sehr kritische Faktoren für die Beschäftigten. Dazu zähle er die nach wie vor in vielen Fällen "miserable" Unterbringung vorwiegend ausländischer Arbeitnehmer und unfaire Vertragsgestaltung. John gestand jedoch zu, dass dies nicht allein für die Fleischbranche gelte. Auch im Pflegebereich, dem Baugewerbe und vor allem den industrienahen Dienstleistungen und auch der Autoindustrie gebe es Missstände.
Der Mindestlohn in der Fleischbranche von 8 € pro Stunde gilt seit Dezember 2014. Im Oktober soll er auf 8,60 € und im Dezember 2016 auf 8,75 € pro Stunde erhöht werden. (jst)
stats