Frankreich

Minister streiten über Neonicotinoide

In Frankreich wurde bereits beschlossen, alle Neonicotinoide ab 2018 zu verbieten. In der EU wird dagegen darüber verhandelt, das bestehende Verbot von lediglich drei verschiedenen Neonicotinoiden für Raps auf alle anderen Kulturen auszudehnen. Damit die französischen Landwirte nicht in einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen EU-Mitgliedstaaten geraten, sollte die nationale Gesetzgebung noch einmal überdacht werden, regte der neue Landwirtschaftsminister Travert an.

Wenn Frankreich einseitig voranpresche, komme es in Konflikt mit den EU-Regeln, zumal es bisher keine Alternativen zu den Neonicotinoiden gebe, gab der Minister zu bedenken. Mit seinen Forderungen für den Agrarsektor hat Travert für einen handfesten Krach in der gerade erst umgebildeten Regierung gesorgt. Umweltminister Hulot dementierte sofort und stellte klar, es werde keine neue Debatte über das bereits beschlossene umfassende Verbot in Frankreich geben.

„Wenn es um die Gesundheit geht, mache ich keine Zugeständnisse", betonte der Hulot. Der französische Premierminister Eduard Philippe stellte sich auf Seite des Umweltministers und erklärte, man werde die Verhandlungen über die bienengefährlichen Neonicotinoide nicht noch mal aufnehmen. Der Hauskrach bekommt in Frankreich vereinzelt auch eine europakritische Dimension. Die EU sollte mit ihrer Beschränkung auf lediglich drei Neonicotinoide Frankreich nicht zwingen, seine Gesetzgebung zurückzunehmen, heißt es dann. Vor Seiten der EU-Kommission wollte man keine Stellung nehmen, weil die Verhandlungen in Brüssel mit den EU-Mitgliedstaaten noch laufen. (Mö)      
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