EU-Agrarrat

Minister werten die Milchkrise aus

EU-Agrarkommissar Phil Hogan schilderte die positive Entwicklung auf dem EU-Milchmarkt. Danach sind die Preise im 2. Halbjahr 2016 um 25 Prozent angestiegen. Zum Jahreswechsel lagen die ab Hofpreise im EU-Durchschnitt bei 32 Cent/kg. Sie werden auch noch weiter ansteigen, zeigte sich der Kommissar optimistisch und argumentierte mit extrem hohen Butterpreisen von 4300 €/t. Die Absatzmöglichkeiten für Käse und Butter blieben gut, betonte Hogan. Mehrere Agrarminister trauen dem positiven Trend auf dem Milchmarkt nicht. Sie fordern weitere Initiativen aus Brüssel, besonders um die Position der Landwirte in der Vermarktungskette zu verbessern. Vor allem die Slowakei, unterstützt von Irland, Portugal, Spanien, Zypern und Litauen forderten die EU-Kommission auf, nach dem Bericht von Cees Veerman, jetzt Maßnahmen voranzutreiben. Dazu gehören europäische Vorschriften zur Vermeidung von unfairen Handelspraktiken. Das Vereinigte Königreich will die Supermärkte ebenfalls stärker kontrollieren, meinte aber, dazu seien nationale Gesetze besser geeignet. Deutschland mahne, Verträge zwischen den Milcherzeugern und den Molkereien seien keine Absicherung gegen Krisen. (Mö)
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