Digitalisierung

Mit Glasfaser Potentiale nutzen


High Tech im Feld oder Stall setzt schnelles Internet voraus. Denn die anfallenden Daten müssen transportiert und in Echtzeit ausgewertet werden, um ihre Wirkungskraft und ihren vollen Effizienzgewinn zu entfalten. Bei einer Tagung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) über die Digitalisierungsfortschritte in der Landwirtschaft wurde am Donnerstag in Berlin deutlich, dass Deutschland für die High-Tech-Landwirtschaft noch nicht hinreichend gerüstet ist. Der Glasfaserausbau müsse rascher auch in den ländlichen Gebieten vorangetrieben werden, forderten die Teilnehmer der Veranstaltung.

Kritik wurde in der Diskussion an den neuen Förderrichtlinien des Bundes geübt, die eine Glasfaserinfrastruktur nicht konsequent genug unterstützten. Die von der Bundesnetzagentur favorisierte Ertüchtigung der Kupferkabel über das Vectoring der Telekom gilt als Übergangstechnologie und diskriminiert ländliche Räume mit geringer Bevölkerungsdichte, monierte der Stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Hemmerling. 

Digitale Revolution eröffnet Möglichkeiten für mehr Tierwohl

„Die digitale Revolution eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für noch mehr effizienten Ressourcenschutz und Tierwohl in der Landwirtschaft“, so Hemmerling. Er forderte dazu auf, die Potentiale der High-Tech-Landwirtschaft zu erkennen und zu nutzen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Agrarpolitisch gesehen habe die Digitalisierung großes Potential, die kritische öffentliche Diskussion über Landwirtschaft zu versachlichen und überbordendes Ordnungsrecht einzudämmen.

Allerdings sei es bei der mit der Digitalisierung einhergehenden Datenflut wichtig, dass die Datensicherheit und die Datenhoheit des Landwirtes gewahrt bleiben. Bei diesem Thema stehe die Landwirtschaft nicht allein. „Der landwirtschaftliche Berufsstand ist jedenfalls gefordert, für die Rechtssicherheit der Landwirte zu sorgen“, betonte Hemmerling. (SB)
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