Geflügelwirtschaft

Modellprojekt mit Ausstrahlung


Das Projekt werde bundes- und europaweit sehr aufmerksam beobachtet, sagte der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer heute in Hannover. Bisher gebe es nur wenige Erkenntnisse, welche Faktoren in welcher Weise auf das aggressive Verhalten der Legehennen wirken, so Meyer bei der Vorstellung des Projekts mit den beteiligten Vertretern aus Wissenschaft, Handel und Wirtschaft. Daher sei er froh, Partner im Lebensmitteleinzelhandel gefunden zu haben, die das Projekt unterstützen, so Meyer.

Die zunächst auf täglich etwa 100.000 Eier begrenzte Menge an Schaleneiern werde von den Lebensmittelhandelsunternehmen Rewe Group und Edeka zunächst ausschließlich in Märkten Niedersachsen angeboten. Eine offensive Kommunikation werde jedoch nicht erfolgen, so Dr. Ludger Breloh vom Handelunternehmen Rewe. Solange keine konkreten Ergebnisse über die Auswirkungen der ungekürzten Schnäbel vorlägen, sei dies mit einem Riskiko verbunden. 

Lediglich ein zusätzliches Label innerhalb der ausschließlich in 6-er Einheiten verkauften Ware gibt Hinweise auf den Verzicht des Schnabelkürzens. Der Handel müsse auch zunächst Erfahrungen mit der Reaktion der Verbraucher machen.

Entgegen früheren Aussagen soll der Verzicht auf das Schnabelkürzen nicht zum 1. Januar 2017 verbindlich vorgeschrieben werden, hatte das niedersächsische Agrarministerium kürzlich mitgeteilt. Während der heutigen Vorstellung bekräftigte Meyer jedoch, dass er weiterhin eine Umsetzung in die Praxis innerhalb des Jahres 2016 anstrebe. Für konkrete Vorgaben und Termine sei es einfach noch zu früh.  Ein erhöhter Preis von zunächst 3 Cent pro Ei bedeute für den Konsumenten bei einem durchschnittlichen Eierverbrauch von 217 Stück pro  Jahr einen zusätzlichen Aufwand von etwa 6,50 €. Dies solle ihm der Tierschutz wert sein, warb Meyer für das Vorhaben. (jst)


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