EEG-Novelle

Moderne Technik bringt Erneuerbare voran


Die Umweltschutzorganisation bezweifelt, dass die Bundesregierung ihre Klimaziele für das Jahr 2020 erreichen kann. Eigens dazu hatten die Bundesministerien für Umwelt und Wirtschaft im Dezember 2014 das Aktionsprogramm "Klimaschutz 2020" vorstellt. Ziel der Maßnahmen ist, den Ausstoß von Kohlendioxid bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Im Aktionsprogramm werden unterschiedliche Branchen wie die Landwirtschaft und der Verkehr verstärkt in die Pflicht genommen, zum Klimaschutz beizutragen.

Greenpeace setzt hingegen auf einen Ausbau von erneuerbaren Energien, um die Klimaziele zu erfüllen. Doch sei dieser Weg mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das seit August 2014 in Kraft ist, versperrt. Das EEG 2014 deckelt den Zubau von Windenergie an Land und Fotovoltaikanlagen auf maximal 2,5 Gigawatt pro Jahr.

Greenpeace wollte es nun genau wissen, und beauftragte das Beratungsbüro Energie- und Klimapolitik (EnKliP), um näheres über die Folgen eines Ausbaus in Erfahrung zu bringen. „Mit der Ausbaubremse für Erneuerbare Energie steht sich die Bundesregierung beim Klimaschutz selbst im Weg“, interpretiert Greenpeace-Energieexperte Niklas Schinerl die in dieser Woche veröffentlichte Studie: „Wenn bis 2020 Kohlekraftwerke vom Netz gehen, dann brauchen wir entsprechend mehr Erneuerbare. Schon mit einem moderaten zusätzlichen Ausbau von Solar- und Windenergie an Land um jeweils 1,5 Gigawatt pro Jahr lassen sich diese Kohlekraftwerke ersetzen.“

Auch das Argument, mit der EEG-Novelle könne ein Anstieg der Ökostrom-Umlage verhindert werden, widerlegt die Studie. Denn durch den technischen Fortschritt seien neue Wind- und Solaranlagen inzwischen so günstig, dass die Ökostrom-Umlage nur minimal um weniger als 0,1 Cent pro Jahr steigen würde. Das wären für einen Durchschnittshaushalt Mehrkosten von etwa 25 Cent im Monat. (da)
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