Kennzeichnungspflicht

Molkereien in Belgien leiden

Auf Verwerfungen im EU-Binnenmarkt machte der belgische Landwirtschaftsminister Willy Borsus aufmerksam. In EU-Agrarrat berichtet Borsius, der Export von Molkereiprodukten nach Frankreich sei im 2. Halbjahr um 17 Prozent zurückgegangen. Allein die Ankündigung der Kennzeichnungspflicht in Frankreich habe für den Rückgang im Vorjahr gesorgt.

Belgische Milch wird ausgelistet

Seit dem in Kraft treten der Kennzeichnungspflicht am 1. Januar 2017 hätten weitere französische Supermärkte belgische Milch ausgelistet. In andere EU-Mitgliedstaaten sei dagegen kein Rückgang zu verzeichnen, stellte der belgische Minister klar. Auch Luxemburg, die Niederlande, Deutschland, Tschechien und Dänemark erklärten im Agrarrat, eine EU-weite Kennzeichnungspflicht werde den EU-Binnenmarkt empfindlich stören. Freiwillige Lösungen seinen deshalb besser, um dem Wunsch nach lokalen Produkten nachzukommen, argumentierten die Minister dieser Länder.

Kosten der Kennzeichnung tragen Landwirte

Doch die Fronten blieben verhärtet. Italien, Finnland, Griechenland, Portugal und Slowenien machten sich in der Debatte für eine verpflichtende Kennzeichnung stark. Die EU-Kommission und Frankreich wollen erst das Ergebnis von Versuchen in Verschiedenen EU-Mitgliedstaaten abwarten, bevor sie sich eine abschließende Meinung bilden. In einer Studie hatte die EU-Kommission vor einiger Zeit auf hohe Kosten durch die Kennzeichnungspflicht aufmerksam gemacht. Die zusätzlichen Kosten müssten Landwirte über niedrigere Rohstoffpreise mittragen, warnte damals die EU-Kommission. (Mö)
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