Bauernverband

Molkereien und Handel verantwortungslos


„Die aktuellen Abschlüsse für Trinkmilch sind eine gemeinsame Bankrotterklärung von Molkereien und Lebensmittelhandel, für die wir keinerlei Verständnis aufbringen können“, kommentierte der Generalsekretär des Deutsche Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, die erneuten Preissenkungen, die bis zu 10 Cent je Liter ausmachen. Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel hätten in ihren Preisverhandlungen ihre Verantwortung gegenüber der deutschen Milcherzeugung und der Landwirtschaft erneut nicht wahrgenommen, so Krüsken. Damit bestätigten die Molkereien die Kritik an ihrem Angebotsverhalten und der Lebensmitteleinzelhandel an seiner Dumpingpreisstrategie.

Die Molkereien hätten wiederum die Möglichkeiten des Wettbewerbsrechtes nicht genutzt, zum Beispiel über Kooperationen oder die Bildung von Verkaufskontoren dem Lebensmitteleinzelhandel in den Verhandlungen auf Augenhöhe zu begegnen. Der Bauernverband habe wiederholt in Gesprächen mit Vertretern deutscher Molkereien auf die Möglichkeit hingewiesen, die Vermarktungsstrukturen mit Blick auf die existenzbedrohende Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels anzupassen, teilt der DBV mit.

Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, wollen erste Unternehmen des Handels nach den Preissenkungen für Butter und Käse in den vergangenen Wochen nun auch die Trinkmilchpreise um fast 20 Prozent senken. „Dabei liegen die jetzigen Preise bereits auf einem derart niedrigen Niveau, das für die Milchbauern nicht im Ansatz eine Perspektive bietet“, kritisiert der DBV. Der Verband befürchtet durch die Welle der Preissenkungen bei Milch und Milchprodukten einen enormen Strukturbruch in der Milcherzeugung. (SB)
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