Markteingriff

Moskau bremst Weizenexporte


Die Regierung in Moskau hat die Zölle für Weizenexporte, die sich bereits vor Weihnachten angedeutet haben, konkretisiert. Sie betragen 15 Prozent des Zollwertes, hinzu kommt ein pauschaler Aufschlag von 7,50 €/t und der Mindestzoll ist auf 35 €/t festgelegt. Die Zölle gelten laut dem Regierungsdekret, das vorige Woche bekannt wurde, vom 1. Februar 2015 bis 30. Juni 2015.

Preisgefälle
Nach Angaben der russischen Regierung ist Brotweizen in der vorigen Woche für 9.000 bis 10.000 Rubel/t gehandelt worden. Mit dem Umrechnungskurs von Heiligabend (1 € gleich 67 Rubel) entspricht dies einem Preisniveau von 134 bis 149 €/t. Als Exportpreis nannte die Regierung rund 14.000 Rubel/t (209 €/t). Diese Preisdifferenz soll durch den Exportzoll ausgeglichen werden. (db)
Bereits seit voriger Woche kontrollieren die russischen Behörden die Getreideexporte. Noch sind die Maßnahmen informell, berichtet die Moscow Times. Doch schärfere Qualitätsüberwachungen an den Exporthäfen sowie eine verringerte Aktivität bei den staatlich beaufsichtigten Eisenbahnverladungen wirken sich schon jetzt aus. Hinzu kommt das bevorstehende Weihnachtsfest, das in Russland am 7. Januar begangen wird.

Die Moscow Times zitiert Händler, die fürchten, dass sie bis zum Start der Zölle am 1. Februar nicht mehr alle bereits kontrahierten Weizenmengen verschiffen können. Als Grund nennen sie die informellen Behinderungen an den Tiefseehäfen. Die russische Staatsbahn wiederum hat angekündigt, ab dem 24. Januar 2015 die Gebühren für Getreidetransporte um 13,4 Prozent zu erhöhen.

Russland hatte Exportzölle für Getreide bereits in den Jahren 2004 und 2008 verhängt. Weit mehr in der Erinnerung geblieben ist jedoch das Erntejahr 2010, in dem die Regierung in Moskau nach einer Missernte die Exporte von Getreide vollständig stoppte. (db)
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