Russland-Embargo

Nachbarländer wollen liefern

Sergej Dankwert, Chef der Föderalen Lebensmittelaufsicht in Moskau, plane in dieser Woche eine Reise nach Weißrussland, kündigt die offizielle Nachrichtenagentur Belta an. Gesprochen werden soll mit Verantwortlichen des weißrussischen Agrarministeriums über verstärkte Lieferungen von Lebensmitteln nach Russland. Wie Belta weiter mitteilt, bietet Weißrussland Nudeln, Gemüse, Süßwaren, Fleisch und Milchprodukte. Allein an Kartoffeln sollen mehr als 1 Mio. t Richtung Osten abfließen. Gleichzeitig beteuern die Vertreter des weißrussischen Ministeriums, dass durch die erhöhten Exporte nach Russland keine Engpässe am heimischen Markt entstehen sollen.

Kasachstan steht ebenfalls bereit. Das russische Einfuhrverbot für Agrarerzeugnisse aus der EU, den USA und Kanada könnte der kasachischen Wirtschaft nutzen, zitierte am Sonntag die offizielle Nachrichtenagentur Kazinform den Geschäftsführer der Nationalen Unternehmervereinigung. Er will mit den Produzenten von Milch, Fleisch und Ölsaaten darüber sprechen, wie sich die Erzeugung schnell ankurbeln lässt, um die Exporte nach Russland zu steigern.

Russland, Weißrussland und Kasachstan sind seit 2007 in einer Zollunion verbunden, die zur Eurasischen Wirtschaftsunion ausgebaut werden soll. (db)
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