Studie

Nachhaltige Tierproduktion im Fokus


Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau Fibl hat im Auftrag der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO untersucht, wie eine nachhaltige globale Tierproduktion gelingen kann. Die Ergebnisse der Studie sind kürzlich in der Fachzeitschrift Interface veröffentlicht worden. Weniger Konkurrenz zwischen Futter- und Nahrungsmittelproduktion erweist sich dabei als wirksamer Ansatz zur nachhaltigen Ernährungssicherung, meldet das Fibl am Mittwoch.

Die Modellrechnungen der Wissenschaftler zeigen, dass die negativen Umweltwirkungen der Landwirtschaft bis ins Jahr 2050 drastisch ansteigen werden. Ein Hauptgrund dafür liege in der intensiven Fütterung der Tiere. Ohnehin schon schwindendes Ackerland würde zunehmend für die Futterproduktion statt für die Erzeugung menschlicher Nahrung genutzt. Das Kraftfutter der Tiere steht damit in direkter Konkurrenz zur Ernährung der Menschen.

Fleischkonsum halbiert

Die Wissenschaftler haben verschiedene Szenarien untersucht: eine weitere Intensivierung der Tierproduktion, eine Reduktion von solchen Komponenten in Kraftfutter, die in direkter Konkurrenz zur menschlichen Ernährung stehen und der komplette Verzicht auf Kraftfutter zugunsten von Weidehaltung.

Eine Reduktion der Kraftfutterproduktion hätte demnach den Effekt, dass negative Umweltwirkungen der Landwirtschaft zurückgehen und gleichzeitig mehr pflanzliche Nahrung für Menschen zur Verfügung steht. Bei vollkommenem Verzicht auf den Futtergetreideanbau würde sich die Menge tierischer Erzeugnisse in der menschlichen Ernährung bis 2050 in etwa halbieren. (pio)
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