Regierungsinitiative

Nachhaltiger Konsum auf der Agenda


Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein „Nationales Programm für nachhaltigen Konsum“ beschlossen. Das Programm wurde vom Bundesumweltministerium entwickelt und gemeinsam mit dem Bundesverbraucher- und dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) vorgelegt. Es enthält Leitideen für eine Politik des nachhaltigen Konsums.

Die Bundesregierung will dafür sorgen, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher besser für ökologisch und sozial verträgliche Produkte entscheiden können, so das BMEL. Da etwa drei Viertel der Treibhausgasemissionen durch Konsumentscheidungen der privaten Haushalte ausgelöst werden, sieht die Regierung hier ein großes Potenzial zur Verringerung der Umweltbelastung. Dies gelte nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch im Hinblick auf die Biodiversität, die Ressourcenschonung und andere Umweltaspekte. 

In einer ersten Stellungnahme begrüßt die Umweltorganisation Nabu grundsätzlich das Programm, äußert jedoch gleichzeitig Kritik. Die Bundesregierung habe versäumt, messbare Indikatoren, quantifizierbare Ziele und einen fest definierten Zeitrahmen in das Programm aufzunehmen, wird Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller in einer Mitteilung zitiert. Sinnvoll sei der ressortübergreifende Ansatz. Daran ließe sich erkennen, dass nachhaltige Entwicklung auch in Ernährungs-, Landwirtschafts- und Verbraucherfragen von Anfang an mitgedacht werden müsse.

Verwundert zeigt sich der NABU, dass die Kompetenz und der Sachverstand zivilgesellschaftlicher Organisationen im Vorfeld des Programms nicht einbezogen worden seien. (jst)    
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