Richtlinie

Nachhaltiger Pflanzenschutz auf dem Prüfstand

Die Richtlinie biete zwar das Potenzial, die mit dem Pflanzenschutzmittel-Einsatz verbundenen Risiken deutlich zu reduzieren, in der Praxis gäbe es aber noch Lücken in der Umsetzung, zitiert AIZ die EU-Kommission.

Die EU-Kommission betont, dass sich die Anzahl der von der EU zugelassenen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe mit geringem Risiko oder nichtchemischen Methoden seit 2009 verdoppelt habe. Allerdings finde keine systematische Prüfung der Einhaltung auf Ebene des einzelnen Anbaubetriebes durch die Mitgliedstaaten statt. In allen EU-Ländern wurden jedoch Schulungs- und Zertifizierungssysteme für Fachkräfte eingerichtet sowie fast 4 Millionen Bauern im sicheren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geschult, heißt es in dem Bericht. Darüber hinaus wären 900.000 Spritz- wie auch Sprühgeräte auf genaue und sichere Anwendung überprüft worden.

Nationale Aktionspläne überarbeiten

Als Konsequenz des Berichts müssen die EU-Mitgliedstaaten bei der Überarbeitung ihrer nationalen Aktionspläne die Qualität verbessern. Sie müssen vor allem spezifische und messbare Ziele sowie Indikatoren für eine langfristige Strategie zur Verringerung der Risiken und Auswirkungen des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes festlegen.

Die Kommission wird weiterhin die Umsetzung durch die Mitgliedstaaten begleitend überwachen und unterstützen, um sicherzustellen, dass die Zielsetzungen der Richtlinie erreicht werden. Dieses Monitoring umfasst eine Reihe von Maßnahmen wie Audits, die Evaluierung der überarbeiteten nationalen Aktionspläne und anderer Follow-up-Maßnahmen. Darüber hinaus wird die EU-Kommission - aufbauend auf den Erfahrungen der Mitgliedstaaten mit ihren nationalen Indikatoren - gemeinsam mit den Mitgliedstaaten EU-weit harmonisierte Risikoindikatoren erarbeiten. (az)
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