Perspektiven

Nachhaltigkeit braucht einheitliche Standards

Für den Unilever-Konzern ist Nachhaltigkeit ein Geschäftsmodell. Innerhalb von zehn Jahren will Unilever den Umsatz verdoppeln und die Umweltauswirkungen halbieren. So beschreibt Harry Brouwer , Vorsitzender der Geschäftsführung Unilever DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) gestern in Berlin während auf des Perspektivforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) die Unternehmensziele, um sich den veränderten Verbraucherwünschen anzupassen.

Dafür entwickelt Unilever mit ihren Lieferanten und Erzeugern eigene Nachhaltigkeitsstandards. Längst stammen nicht alle Agrarprodukte, die der Konzern verarbeitet, aus nachhaltigem Anbau. Bei Früchten und Gemüse beträgt der Anteil schon 59 Prozent, bei Molkereiprodukten 31 Prozent. Lediglich Palmöl stammt laut Brouwer zu 100 Prozent aus nachhaltigem Anbau.

Auch andere Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft gehen wie Unilever ihren eigenen Weg. Einheitliche Standards, die mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette einschließlich der Verbände, erarbeitet wurden, gibt es noch nicht.

Eine solche Harmonisierung insbesondere auf EU-Ebene würde Brouwer unterstützen, zugleich äußerte er seine Skepsis, das dies sehr viel Zeit brauche und Unilever seinen Weg unterdessen weiterverfolgen werde, DBV-Präsident Joachim Rukwied machte noch einmal deutlich, dass höhere Anforderungen an die Erzeugung von Agrarprodukten auch ihren Preis haben, der auch beim Erzeuger ankommen muss.

Vor dem Hintergrund eines hart umkämpften Lebensmittelmarktes sei eine enge Abstimmung zwischen der Landwirtschaft und den Marktpartnern notwendig. Ferner müsse sichergestellt sein, dass höhere Produktionsanforderungen kein zweites Ordnungsrecht schafften.

Da die Landwirte in und mit der Natur über Generationen arbeiten, besäßen sie in punkto Nachhaltigkeit quasi eine „genetischen Prädisposition“. Mehr mit weniger zu produzieren, sei die richtige Richtung, so Rukwied,. Nachhaltigkeit werde aber oft „fehlinterpretiert“ und mit Extensivierung gleichgesetzt. „Dabei geht es viel mehr um nachhaltige Intensivierung“, sagte Rukwied, und da sei schon vieles erreicht worden. (AW)
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