Lebensmittel

Nationale Strategie gegen Verschwendung


60 Prozent genießbarer Lebensmittel werden außerhalb privater Haushalte weggeworfen. Das zeigt eine heute veröffentlichte Untersuchung des World Wide Fund for Nature (WWF). Mit einem kürzlich im Bundestag verabschiedeten Antrag bekräftigen die Fraktionen von SPD und CDU/CSU ihre Forderung, dass alle Beteiligten der Wertschöpfungskette in die Reduktion von Lebensmittelverlusten einbezogen und konkrete Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft erarbeitet werden müssen.

„Der Großteil der zehn Millionen Tonnen vermeidbarer Lebensmittelverluste wird jenseits des privaten Kühlschranks in der Gastronomie, Industrie, Landwirtschaft und im Handel verursacht. Die bisherigen, an Verbraucherinnen und Verbraucher gerichteten Aufklärungsklärungskampagnen des Landwirtschaftsministeriums sind zwar wichtig, reichen aber bei Weitem nicht aus, um der Verschwendung Herr zu werden", erklärte Elvira Drobinski-Weiß (SPD), stellvertretende Sprecherin der AG Ernährung und Landwirtschaft. "Maßnahmen in Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gastronomie müssen in der nationalen Strategie zur Eindämmung der Lebensmittelverschwendung künftig Priorität haben. Wir brauchen eine klar umrissene nationale Strategie zur Eindämmung von Lebensmittelverlusten."

Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich in den laufenden Haushaltsverhandlungen dafür ein, dass ausreichend Mittel für eine wissenschaftliche Studie zur Erarbeitung eines Konzepts für die systematische Erfassung von Lebensmittelverlusten in der Ernährungswirtschaft eingestellt werden. Zudem müssen die Ursachen und die Vermeidungspotenziale von Lebensmittelverschwendung entlang der Wertschöpfungskette weiter erforscht werden.

Dobrinski-Weiß ist davon überzeugt, dass es ohne die Entwicklung von branchenspezifischen Abfallvermeidungsprogrammen und Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft nicht geht. (da)
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