Fachverband Biogas

Nawaros auf Greeningflächen


Die Durchwachsene Silphie soll auf Ökologischen Vorrangflächen angebaut werden dürfen, fordert der Fachverband Biogas.
-- , Foto: FNR
Die Durchwachsene Silphie soll auf Ökologischen Vorrangflächen angebaut werden dürfen, fordert der Fachverband Biogas.

Von einer Verbindung des Greenings mit der Biogaserzeugung erhofft sich die Biogasbranche ökonomische und ökologische Vorteile. Bisher dürften die meisten der auf Ökologischen Vorrangflächen angebauten Pflanzen nicht in Biogasanlagen genutzt werden, kritisieren Vertreter des Fachverbandes Biogas bei einem Gespräch der EU-Kommission in Brüssel. „Damit verzichtet man auf eine sinnvolle Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie“, bedauert der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Stefan Rauh.

Ertrag der alternativen Pflanzen geringer als bei Mais

Wildpflanzen, Energiegräser, die Durchwachsene Silphie oder auch Getreide in Kombination mit Wicken oder Bohnen sollten für das Greening angerechnet werden können, schlug Rauh vor. Der Aufwuchs lasse sich am Ende der Vegetationsphase ernten und in Biogasanlagen in Strom und Wärme umwandeln. Im Gespräch mit Shane Sutherland aus der Generaldirektion Landwirtschaft habe Rauh erläutert, welche Chance, sich daraus für eine Weiterentwicklung der Agrarpolitik der EU ergeben würden, teilte der Fachverband mit. „Viele Biogasanlagen-Betreiber sind grundsätzlich bereit, ökologisch wertvolle Energiepflanzen anzubauen und einzusetzen“, so Rauh. Das Problem bestehe darin, dass der Gasertrag der meisten alternativen Energiepflanzen geringer sei als der des Maises. Wer heute schon freiwillig Wildpflanzen oder die Durchwachsene Silphie anbaut, um einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten, verzichte bewusst und freiwillig auf einen Teil des möglichen Ertrags.

Flächendruck verringern

Aktuell werden in Deutschland auf rund acht Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen Energiepflanzen für den Einsatz in Biogasanlagen angebaut. Dürften die auf den fünf Prozent Greeningflächen wachsenden ökologisch vorteilhaften Pflanzen in Biogasanlagen vergoren werden, würde dies zu einer spürbaren Entlastung des Flächendrucks in der Landwirtschaft führen, so Rauh. Darüber hinaus könnten die zahlreichen Institute und Hochschulen ihre Forschung zu alternativen Energiepflanzen für Biogasanlagen fortführen, die mit der Streichung des NawaRo-Bonus und der Einsatzstoffvergütungsklassen im EEG massiv reduziert wurde. „Die Optimierung der Greening-Maßnahmen könnte den alternativen Energiepflanzen einen gewaltigen Schub geben“, ist sich Rauh sicher. Der Fachverband Biogas fordert daher, die Liste der ökologischen Vorrangflächen um ökologisch wertvolle Optionen, wie ein- und mehrjährige Mischungen, Getreide-Mischkulturen und mehrjährige Kulturen, zu erweitern. (SB)
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