Mit einem solchen Passus geht das Gesetz zum Schutz der Biodiversität in die nächste Runde der Gesetzgebung, die zweite Lesung beim Senat. In der ersten Lesung hatte der Senat bereits das Anwendungsverbot für Neonicotinoide aus dem Text gestrichen. Die Abgeordneten und Umweltministerin Ségolène Royal haben aber darauf bestanden, das Verbot der insektiziden Wirkstoffe wieder einzufügen. Lediglich über den Ausstiegstermin haben die Abgeordneten noch mit sich reden lassen. Dadurch ist das ursprüngliche Zieldatum vom 1. Januar 2017 um ein Jahr verschoben worden.

Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll hatte sich dafür stark gemacht, die Wirkstoffgruppe differenzierter zu betrachten. Ein grundsätzliches Verbot werde der französischen Landwirtschaft Nachteile einbringen, argumentiert er. Für das noch immer geltende Memorandum auf EU-Ebene war Le Foll die treibende Kraft gewesen.

Jetzt geht die öffentliche Debatte in Frankreich um den Nutzen und die Risiken dieser Insektizide weiter und begleitet das Gesetz zum Schutz der Artenvielfalt durch die Legislative. Landwirte und deren Organisationen hatten nicht damit gerechnet, dass es den ökologisch orientierten Nichtregierungsorganisationen gelingen würde, das Verbot wieder in den Gesetzestext einzufügen. (brs)
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