Viele neue Antworten zur gesundheitlichen Bewertung von Glyphosat bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf seiner Internetseite. Als Reaktion auf die aktuelle Diskussion über eine mögliche krebsauslösende Wirkung von Glyphosat habe das BfR seine Informationen aktualisiert, teilt die Behörde mit. Gleichzeitig widerspricht sie der Behauptung, Leserbriefe für die Bewertung verwendet zu haben.

Unter den mehr als 1000 wissenschaftlichen Publikationen zur Einschätzung der Stoffeigenschaften seien auch 92 wissenschaftliche Quellen zur Einschätzung der Kanzerogenität von Glyphosat gewesen. Dazu gehörten unter anderem elf gesetzlich geforderte Originalstudien von den Antragstellern („Glyphosat Task Force“), 49 in wissenschaftlichen Zeitschriften peer-reviewte Publikationen sowie auch 15 „Letters to the editor“, davon 13 von Universitäten und Forschungseinrichtungen, zwei von der Industrie.

Das BfR stütze seine Risikobewertung nicht, wie von manchen Medien behauptet, auf Leserbriefe von Firmen, betont die Behörde. Vielmehr habe das BfR, um auch wissenschaftlich kontroverse Diskussionen zu dem Wirkstoff vollständig abzubilden, unter seinen Quellen auch „Letters to the Editor“ aufgeführt. Diese wurden im Rahmen der wissenschaftlichen Risikobewertung des BfR gesichtet, waren jedoch für die Gesamtbewertung nicht entscheidend. „Letters to the Editor“ sind keine Leserbriefe, wie sie aus Zeitungen und Magazinen bekannt sind, sondern wissenschaftliche Kommentare oder Kurzberichte in Fachzeitschriften. Diese werden dort, den jeweiligen Redaktionsrichtlinien entsprechend, nach fachlicher Prüfung abgedruckt und seien daher zitierfähig, so das BfR. (az)
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