Trinkwasserkosten

Neue Runde im Nitratstreit

In einem offenen Brief an Generalsekretär Bernhard Krüsken reagiert die Präsidentin des Umweltbundesamtes Mara Krautzberger auf die Kritik des Bauernverbandes an den Berechnungen der Behörde zur möglichen Preisentwicklung beim Trinkwasser. Krüsken hatte dem UBA vorgeworfen, den Eindruck zu erwecken, dass sich die Belastungssituation deutschlandweit verschlechtert habe. Das UBA räumt ein, dass es „lokal oder regional auch zu einer Verbesserung der Situation kommen kann oder keine zusätzlichen Aufbereitungsmaßnahmen notwendig sein werden“. Mit seiner Warnung von um bis zu 45 Prozent höheren Trinkwasserpreisen habe sich die Behörde „explizit auf Mehrkosten, die in Belastungsgebieten mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung auftreten können“ bezogen.

Metz der Messstellen ausgeweitet

Krautzberger verweist außerdem darauf, dass der Bericht „Quantifizierung der landwirtschaftlich verursachten Kosten zur Sicherung der Trinkwasserbereitstellung“ in einem öffentlichen Workshop diskutiert wurde. Dazu sei auch der Deutsche Bauernverband eingeladen, aber „leider aber nicht vertreten“ gewesen. Dass heute prozentual in weniger Messstellen auffällige Nitratwerte gefunden werden liegt laut Krautzberger an einer Ausweitung des Netztes von 162 auf 700 Standorte. Durch diesen Methodenwechsel habe sich der Anteil der belasteten Messstellen von rund 50 Prozent auf 27 bis 28 Prozent verringert. „Dies auf eine gewässerschonende Bewirtschaftung zurück zu führen ist sachlich falsch und verharmlost das Problem“, schreibt die UBA-Präsidentin.

Düngeverordnung ambitioniert umsetzen

Wichtiger als der genaue Anteil der Messstellen mit Grenzwertüberschreitung sei die Entwicklung im Zeitverlauf. Der Anteil der Messstellen mit Nitratkonzentrationen von mehr als 50 mg/l habe sich vom Zeitraum 2008 bis 2011 im Vergleich zum Zeitraum 2012 bis 2014 „praktisch nicht verändert“. Krautzberger teilt Krüskens Ansicht, dass mit der überarbeiteten Düngeverordnung wichtige Weichen gestellt wurden. Jetzt gelte es, die Düngeverordnung ambitioniert umzusetzen und die Umsetzung auch zu kontrollieren. Ob damit das Problem hoher Nitratbelastungen flächendeckend gelöst werden kann, müsse sich erst zeigen. Die „Reparaturkosten“ zu kennen sollte ein zusätzlicher Ansporn sein, die neuen Regelungen konsequent anzuwenden, meint die UBA-Präsidentin. (SB)
stats