Crispr/Cas

Neue Verfahren sollen Gentechnik sein

Die großen deutschen Bio-Verbände fordern eine strikte Regulierung neuer Gentechnik-Verfahren nach dem Gentechnikrecht. In der Kritik stehen vor allem innovative Züchtungstechniken, wie etwa Crispr-Cas mit der DNA gezielt zerteilt und verändert werden kann. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die Bioverbände Bioland und Demeter, der BUND, das Gen-ethische Netzwerk und die IG-Saatgut machen kurz vor der Wahl noch einmal ihre Positionen klar. Sie fordern von der Bundesregierung Bioprodukte oder konventionelle gentechnikfreie Produkte vor Kontaminationen zu schützen. Erforderlich seien umfassende und unabhängige Risikobewertungen.


Ein Vorschlag der niederländischen Regierung hatte in der vergangenen Woche die Diskussion um Gentechnik-Verfahren in der EU befeuert. Die Niederländer schlagen vor, Crispr/Cas nicht unter die EU-Gentechnik-Regulierung fallen zu lassen. „Die niederländische Regierung will, dass Pflanzen, die mit den neuen Gentechnik-Verfahren hergestellt wurden, am Ende aber keine „Fremd“-DNA enthalten, als genauso sicher eingestuft werden, wie konventionelle Züchtungen“, erklärt Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in dem gemeinsam verfassten Verbändebrief. Sie fordert das Vorsorgeprinzip zu stärken.


Züchter hoffen auf leistungsfähige neue Sorten

Züchter versprechen sich hingegen viel von den neuen Methoden, beispielsweise, dass auf diesem Weg Resistenzzüchtungen gegen Rapsschädlinge einfacher werden. Falls der Europäische Gerichtshof im nächsten Jahr entscheide, dass Crispr/Cas nicht als Gentechnik eingestuft wird, könne leistungsfähiges Sortenmaterial geschaffen werden, erklärt beispielsweise Dietmar Brauer, von der Norddeutschen Pflanzenzucht.

Gesetz soll sich nur auf Status quo beziehen

Die große Koalition aus CDU/CSU und SPD findet derweil zum nationalen Gentechnikgesetz keinen Konsens. Bundesminister Christian Schmidt (CSU) zeigt sich enttäuscht über die "Schreckhaftigkeit" einiger Parlamentarier gegenüber Innovationen. Bei einem Gesetzesentwurf habe er sich bewusst auf den Status quo konzentriert. Bei der Bewertung neuer Züchtungstechniken sei man noch nicht so weit. Es ist laut Landwirtschaftsminister zu früh, im Gentechnikgesetz Züchtungstechniken aufzuführen, die wissenschaftlich nicht abschließend bewertet seien. In diesem Punkt besteht Einigkeit zwischen dem Minister und den Bio-Verbänden. (mrs)










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