Acht Projektpartner
Beteiligt sind an dem Projekt die Fachhochschule Südwestfalen, die Georg-August-Universität Göttingen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf , das Private Forschungs- und Beratungsinstitut für angewandte Ethik und Tierschutz INSTET, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die TU München sowie das Thünen-Institut für Marktanalyse, das den Forschungsverbund koordiniert. Als assoziierter Partner konnte die Zeppelin-Universität Friedrichshafen gewonnen werden. Ein Projektbeirat, bestehend aus Vertretern der Wirtschaft, NGOs, des BMEL und Nutztierwissenschaftlern, begleitet die Arbeiten des „SocialLab“ mit dem Ziel, den Bezug zur landwirtschaftlichen Praxis wie auch zu gesellschaftlichen Gruppen zu vertiefen.
In der öffentlichen Diskussion wird die Haltung von Nutztieren zunehmend kritisch hinterfragt. Die gesellschaftlichen Vorstellungen und die moderne landwirtschaftliche Praxis liegen teils weit auseinander. Hier wollen acht Forschergruppen mit dem Verbundprojekt „SocialLab“ eine Annäherung schaffen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert das dreijährige Vorhaben mit knapp 2,4 Mio. €, teilt das Thünen-Institut mit.

Das Projekt gliedert sich in vier Bereiche, die sich mit folgenden Fragen umreißen lassen: Wie nimmt die Gesellschaft die Tierhaltung wahr und welche Anforderungen lassen sich daraus ableiten? Wie wird die Tierhaltung in den Medien und von NGOs dargestellt? Wie beurteilen die verschiedenen Akteure die Möglichkeiten und Grenzen, Produkte mit strengeren Tierschutzstandards am Markt zu etablieren? Wie lassen sich die Ansprüche der Verbraucher an die Haltungsverfahren in der Praxis umsetzen?

„Wichtig ist, dass wir ein gemeinsames Verständnis zum Verhältnis von Mensch und Tier entwickeln“, erklärte Staatssekretärin im BMEL, Dr. Maria Flachsbarth, zum Projektauftakt. „Es geht nicht nur um die Haltung im Stall, sondern auch um die Haltung in den Köpfen", verdeutlichte sie den Ansatz. Ziel des Projektes sei es, die gesellschaftliche Kritik differenziert zu durchdringen und Wege für eine Verbesserung der Nutztierhaltung aus Sicht der Gesellschaft aufzuzeigen.

Die Ergebnisse sollen helfen, die Aktivitäten der Marktteilnehmer sowie die Gestaltungsmaßnahmen der Politik so auszurichten, dass die Nutztierhaltung messbar verbessert wird. Handel und Landwirte sollen in die Lage versetzt werden, auf die Ansprüche der gesellschaftlichen Gruppen besser einzugehen und neue Produkte auf der Grundlage innovativer Haltungsverfahren zu etablieren. (az)
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