Milchvermarktung

Neues Siegel für Weidemilch

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Die niedersächsische Molkerei Ammerland vermarktet schon seit einiger Zeit einen Teil der Frischmilch als „Weidemilch“. Seit heute tragen die Tetrapacks das neue Logo „Pro Weideland – Deutsche Weidemilch“. Am Sonntag stellte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) das Siegel in Elsfleth in der Wesermarsch vor. Es ist ein Ergebnis des niedersächsischen Weidemilchprogramms, das vom Land mit 500.000 € finanziell unterstützt wird. Um Milch als Weidemilch vermarkten zu können, müssen die Tiere an 120 Tagen pro Jahr jeweils mindestens sechs Stunden auf der Weide gehalten werden. Außerdem ist GMO-freies Futter vorgeschrieben.

Zahlreiche Organisationen beteiligt

Meyer betonte, dass die Kriterien für das Siegel in einer breiten Diskussion erarbeitet wurden. Zu den Teilnehmern der Gespräche gehörten Landvolk, der Bund deutscher Milchviehhalter, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die Landjugend, Junglandwirte, die Umweltverbände Nabu und Bund sowie Vertreter von Molkereien, Wissenschaft und Tierschutzorganisationen. Neben Milchbauern aus Niedersachsen können auch Landwirte aus Schleswig-Holstein und Bremen an dem Weidemilch-Programm teilnehmen, denn beide Bundesländer sind der Charta „Pro Weideland“ beigetreten.

Ammerland und Lidl als Vorreiter

Verarbeitet wird die Milch von der Molkerei Ammerland. Die Vermarktung erfolgt über die Eigenmarke der Molkerei und über den Discounter Lidl, der seit heute seine Weidemilch „Milbona“ mit dem neuen Label versieht. Ihn stimme sehr zuversichtlich, dass auch schon andere Molkereien Interesse am Label „Pro Weideland“ bekundet haben, sagte der Minister. Nun seien die Verbraucher gefragt. Ziel sei es, dass alle Landwirte, die an dem Programm teilnehmen, mit einem deutlichen Mehrpreis von mindestens 5 Cent je Kilogramm entlohnt werden.

Nachhaltigkeit bisher nicht honoriert

Das niedersächsische Landvolk betont in einer Stellungnahme, dass auch die anderen Formen der Milchviehhaltung in modernen, hellen und gut durchlüfteten Laufställen mit Auslauf den Tieren Sozialkontakte sowie Bewegung erlaube. Leider habe sich das Engagement für mehr Nachhaltigkeit bisher „nie richtig“ im Preis für die Landwirte ausgezahlt, kritisiert Landvolkvizepräsident Albert Schulte to Brinke. Von Verbrauchern und Lebensmitteleinzelhandel fordert das Landvolk, den hohen Qualitätsstandard der niedersächsischen Milcherzeugung zu honorieren. (SB)
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