Mecklenburg-Vorpommern

Neues Wolfsrudel tappt in Fotofalle

Nach den seit 2014 bestehenden Wolfsrudeln in der Lübtheener und in der Ueckermünder Heide ist dies das dritte Rudel, das schwerpunktmäßig in Mecklenburg-Vorpommern lebt. Als Rudel werden Wolfsfamilien mit den Elterntieren und deren Nachwuchs bezeichnet, erklärte heute das Landwirtschaftsministerium in Schwerin.

Die Nachricht dürfte für weiteren Sprengstoff in der Diskussion um die Rückkehr der Wölfe in dem norddeutschen Bundesland liefern. Erst vor ein paar Wochen, in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag 2016, hatten Wölfe in einem Dammwildgatter in der Ueckermünder Heide zehn Tiere gerissen. Lokalmedien berichteten von eine "Blutrausch", da die Wölfe weit mehr Tiere getötet hatten, als sie verzehren konnten. Tierhaltern und Anwohner sind seither in Sorge vor weiteren Übergriffen.

Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus warb heute in einer Mitteilung um Vertrauen. Tierhalter könnten im Falle eines Wolfsübergriffs mit finanzieller Unterstützung des Landes rechnen. Das betonte Backhaus in einer Mitteilung. "Wir haben Mecklenburg-Vorpommern frühzeitig zum Wolfsgebiet erklärt", so der Minister. Auch würden Präventionsmaßnahmen seitens des Landes unterstützt. Diese Fördermöglichkeiten seien wichtig, könnten aber nur Teil einer Gesamtstrategie sein. "Auf lange Sicht kommen wir nicht umhin, Antworten zu liefern auf die Frage, wie viel Wolf verträgt das Land", so Backhaus weiter. Mecklenburg-Vorpommern hatte das Thema im Dezember auf die Umweltministerkonferenz in Berlin gehoben.

Appell an die Tierhalter

Auch nahm Backhaus den Rudelnachweis zum Anlass, erneut an die Tierhalter zu appellieren, die Schutzmaßnahmen für Schafe, Ziegen und Gatterwild entsprechend den Anforderungen aus dem Wolfsmanagementplan anzuwenden. Das Land unterstützt die Aufwendungen der Tierhalter für über einen Grundschutz hinausgehende Präventionsmaßnahmen mit bis zu 75 Prozent. Bei entsprechendem Herdengrundschutz werden Schäden der Tierhalter, die durch Wölfe verursacht wurden, gemäß der 2013 in Kraft getretenen Förderrichtlinie Wolf (FöRiWolf M-V) vollständig ausgeglichen. (mrs)
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